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› Na jetzt wissen wir's doch endlich... HD - 251
14.01.2010 ...wofür die Möbel Höffner-Inhaberfamilie Krieger die zwei Prozent Jubiläumsbonus eingefordert hat, die nicht die wenigsten Höffner-Lieferanten längst zähneknirschend akzeptiert haben. Das Geld wurde nicht zur Mehrung des Kriegerschen Reichtums benötigt, auch nicht für gezielte Preissenkungen, sondern ganz offenbar zu Werbezwecken.

Pressemitteilung Möbel Höffner: „Hape Kerkeling tritt ins Rampenlicht.“

Schon vor Monaten hat mir jemand erzählt, dass Höffner da mit Hape ein ganz dickes Ding vorhat, und wir haben uns damals schon gefragt: Was mag es wohl kosten, den Ausnahme-Comedian für eine solch umfangreiche Kampagne zu gewinnen, wie sie jetzt angelaufen ist. 500.000? Gar 1 Mio. Euro? Ein vielfaches? Betrachtet man das weltweite Sport-Sponsoring sind das immer noch Peanuts.

Aber die Kampagne sitzt. Zumindest wird sie in Fachkreisen positiv beurteilt. „Vorhang auf für Hape Kerkerling.“ Wobei ziemlich unwichtig geworden ist, wie Höffner denn nun ausgerechnet 2010 auf 100 Jahre Möbeltradition zurückblickt. Die Firmenhistorie klingt etwas anders. Die von Höffner zumindest.

Die offizielle Version geht so: „Anlaß für die Höffner-Offensive ist das Jubiläum der Inhaber-Familie Krieger, die 100 Jahre Möbeltradition feiert. Denn 1910 hatte Schreinermeister Wilhelm Krieger eine Möbeltischlerei in Berlin-Moabit gegründet. Sein Sohn Wilhelm erweiterte den Betrieb nach dem zweiten Weltkrieg. Kurt Krieger, die 3. Generation, kaufte 1967 die Namensrechte am Traditionshaus Möbel Höffner und setzte die Möbeltradition in der Familie unter dem Namen Höffner fort.“ - Und das sollen 100 Jahre Höffner sein? Seis drum.

Und egal. „Neun humorvolle Rollen vom Einrichtungsberater Klaus bis zur Cheflageristin Sybille spielt Entertainer, Bestsellerautor und Verwandlungskünstler Hape Kerkeling in der aktuellen Höffner-Kampagne“, heißt es in der aktuellen PR-Mitteilung.

„Herrlich unterhaltsam“, so habe etwa das Marketing-Fachmagazin „Horizont“ geurteilt und den Höffner-Spot gleich zum „Top der Woche“ gekürt. Eine „akustische Klammer“ hat die „cross-mediale“ TV- und Funk-Kampagne natürlich auch. Es ist die Cover-Version des großen Dschinghis Khan-Hits „Moskau“.
Und Höffner-Deutschland-Chef Thomas Dankert jubelt verzückt: „Sympathisch und nahbar, dabei charmant und mit Humor verkörpert Kerkeling das breite Spektrum der Höffner-Kundschaft ebenso wie das der verschiedenen Höffner-Mitarbeiter.“ - „Höffner. Das ist unser Möbelhaus.“ So laute die Kernaussage.

Bei der Erarbeitung der Höffner-Kampagne soll Hape Kerkeling übrigens kreativ mitgewirkt haben. Von ihm stammten die Grundideen für die dargestellten Charaktere und auch die Idee, den Dschinghis Khan-Hit für Höffner zu adaptieren.

Ob das ganze letztendlich der Wahrheitsfindung dient, das muss sich weisen. Vertreter der Möbelindustrie haben zumindest eine Genugtuung, wenn sie das Chamäleon Kerkeling durch die Höffner-Kulissen tanzen sehen.
„Das ist mein Geld, das da ausgegeben wird“, können sie sich sagen. Und mit etwas Glück steigen ja dann vielleicht auch die Umsätze, die der eine oder andere mit dem Berliner Möbel- und Immobilien-Mogul Kurt Krieger realisiert. Einfach positiv sehen! Das ist wie an der Börse:
Ihr Geld ist nicht weg. Es hat nur grad ein anderer. Im aktuellen Fall ist das Hape Kerkeling.

Ihr

Ralf Hartmann
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