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› Hätten Sie gewusst… HD - 253
25.02.2010 …dass „eine Maschine eine mit einem anderen Antriebssystem als der unmittelbar eingesetzten menschlichen Kraft ausgestattete Gesamtheit miteinander verbundener Teile ist, von denen mindestens eines beweglich ist und die für eine bestimmte Anwendung zusammengefügt sind?“

Wie sich an dieser Formulierung unschwer erkennen lässt handelt es sich um eine EG-Richtlinie – genauer gesagt um die EG-Maschinenrichtlinie (2006/42/EG) – und es geht um… Natürlich, es geht um Funktionen beispielsweise in Polstermöbeln.

Der Text, dem ich das obige Zitat entnommen habe, stammt übrigens vom Verband der deutschen Möbelindustrie (VDM), der sich tagtäglich mit lebenswichtigen Regelungen wie dieser auseinandersetzen muss.

Was da geregelt wird? Keine Ahnung. Der VDM-Text, der am 11.02.2010 als PR-Mitteilung verschickt wurde, geht so weiter: „Auf das Produkt Möbel übertragen bedeutet das, dass insbesondere Möbel mit elektromotorisch verstellbaren Teilen in den Anwendungsbereich der Maschinenrichtlinie fallen können. Das können beispielsweise elektromotorisch verstellbare Sitz- oder Liegemöbel oder elektromotorisch höhenverstellbare Tische oder Arbeitsplatten sein, nachfolgend E-Möbel genannt. Die konkrete Anwendung der Maschinenrichtlinie auf bestimmte Produkte ist jeweils firmenintern zu bewerten…“

Schön, wenn man sonst nichts zu tun hat. Aber aus Brüssel sind uns solche Absurditäten ja eh geläufig. Weniger lustig sind diese Dinge natürlich für die Marktteilnehmer, die sich ernsthaft mit dem Schwachsinn auseinandersetzen müssen. Da können einem die Mitarbeiter auch im VDM direkt ein bisschen leid tun.

Man stelle sich vor, ein Möbelverkäufer erklärt den Kunden in der Polstermöbelabteilung: „Dieses Modell kann auch mit einer Gesamtheit miteinander verbundener Teile ausgestattet werden, von denen mindestens eines beweglich ist und die für eine bestimmte Anwendung zusammengefügt sind.“ Bedeutet: Den Sessel gibt es auch mit Funktion.

Die Zeit während und nach der imm cologne bietet aber auch andere Fundstücke z. B. aus der Publikumspresse, die sich nur sporadisch mit Möbeln beschäftigt. „Porsche macht jetzt Möbel“ schreibt beispielsweise der Stern, wobei das noch nichts Besonderes ist. Bewundernswert ist eher die Beobachtungsgabe des Stern-Redakteurs beim Beschreiben des Porsche-Möbel-Protagonisten Norbert Wöstmann. Zitat:
„Nach der megateuren Küche für Poggenpohl kommt nun ein nicht ganz so megateures Wohnprogramm für einen Hersteller, der eher Kunden von außerstädtischen Möbelkaufhäusern etwas sagt: Wöstmann. Herr Wöstmann, ein dampfplaudernder Ärmelhochkrempler aus Gütersloh, hat die "Porsche Design"-Schmiede aus Österreich überreden können, es gemeinsam zu versuchen. Herausgekommen sind gefällige Stücke mit Kurven und Chrom. Auf ihnen sitzt es sich immerhin bequemer als in einem 911er.“ - Wenn unser Nobbi da nicht perfekt beschrieben ist…
Es ist eben doch recht amüsant, ab und zu mal über den Tellerrand hinaus zu schauen. Es muss ja nicht unbedingt eine EU-Richtlinie sein, mit der man sich dann beschäftigt.

Ihr

Ralf Hartmann
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