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12.03.2010
…ab und zu bankrott zu gehen.“ Diese Erkenntnis stammt von General Motors-Vize Bob Lutz und stand am 03.03.2010 im Handelsblatt.
Das ist natürlich eine zweischneidige Geschichte, denn was Lutz verschweigt, ist, dass eine solche Radikalsanierung ja auch immer zulasten der Gläubiger geht und der Beschäftigten und und und. Trotz unseres reformierten Insolvenzrechtes ist es in Deutschland zudem auch nicht ganz so einfach wie in den USA, eine Entschuldung unter dem Schutz eines Chapter 11 durchzuziehen und ebenso verschlankt wie weitgehend gesundet aus dem Schlammassel hervorzukriechen. In Dänemark sind die Gesetze offenbar ebenfalls günstiger für potentielle Pleite-Firmen. Da hat doch der hochverschuldete Flexa-Konzern einfach mal eine neue Gesellschaft gegründet und damit das Kerngeschäft vom lästigen Ballast befreit. In der offiziellen Mitteilung ist dann von Liquiditätsproblemen auch gar nicht erst die Rede. Eine neue Flexa kauft die alte. Die Möbel kommen künftig ausschließlich aus Estland und China, und alles ist prima beim dänischen Kinderbetten-Spezialisten. Auch ZOW-Macher Peter H. Meyer hört es nicht allzu gern, wenn im Rahmen seiner „Nachfolgeregelung“ von Liquiditätsproblemen gemunkelt wird. Ein ganz normaler Firmenverkauf soll das sein, wenn Meyer sein Tafelsilber an einen englischen Investor verhökern muss. „Planungssicherheit“, „langfristige Weiterführung“ und „fortlaufende Optimierung“ der diversen Meyer-Messen. So wird uns der Deal als unternehmerische Glanzleistung verkauft. Meyer war wenigstens ehrlich genug, ganz nebenbei auch eine „dünne Kapitaldecke“ als Grund für seine Entmachtung einzuräumen. Aber eben nur ganz am Rand. Woanders sind die Decken dicker. Da kann es sich beispielsweise die österreichische XXXLutz-Gruppe aus der Porto-Kasse leisten, den Hollywood-Star Kevin Costner bereits zum zweiten Mal zum Benefiz-Konzert ins Aschheimer Möbelhaus einfliegen zu lassen. Ein Presseecho, wie es sonst nur IKEA schafft war der Lohn der Mühe. „Der sich 'nen Wolf klampft“ dichtete hierzu die Münchener Boulevard-Postille tz und die Bild Zeitung assistierte mit einem fröhlichen „Der mit dem Schrank rockt“. Hauptsache man steht in der Zeitung. Ein bisschen Spaß sollte schon sein und wenn der Spaß zuende geht, dann gibt es ja immer noch so schöne Dinge wie ein Chapter 11. Denn manchmal ist es gar nicht so schlecht… siehe oben Ihr Ralf Hartmann |
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