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› Vom wohlfeilen Populismus… HD - 257
07.05.2010 …schöner Aufreger das Thema „Finke kooperiert mit Krieger“. Mehr ist es ja noch nicht. Sicher sind Sie aber mit mir der Meinung, dass das noch nicht das Ende ist. Da kommen noch einige Neu-Sortierungen innerhalb der zwanglosen Elefantenherden Atlas und Begros auf uns zu.
Wilfried Finke soll übrigens dementiert haben, dass Kurt Krieger eine stille Beteiligung in Höhe von 7,5 Mio. Euro bei ihm hält (siehe Seite 1). Es wäre keiner aus der Möbelbranche, der da bei ihm eingestiegen sei. - Hätte ich an seiner Stelle auch gesagt. Denn was soll denn eine „stille“ Beteiligung, wenn einfach so hinausposaunt werden könnte, wer dahinter steckt.
Gönnen wir den beiden ihr Geheimnis. Dass allerdings ausgerechnet Kurt Krieger, der über flüssige Mittel verfügt wie andere über Würfelzucker, einen branchenfremden Investor neben sich dulden sollte bei seinem jüngsten (Kooperations-) Kind,… na ja.
Wollen Sie was zur M.O.W. erfahren? Hier die Einschätzung eines Fachmannes. Zitat: „Denn erneut bestätigte sich die Erfahrung aus den vergangenen Jahren, dass zwar alle Verbände und Großabnehmer lückenlos vertreten waren, der mittelständische Einzelhandel aber weiterhin weitgehend durch Abwesenheit glänzte. Einziger Lichtblick: Der Besuch ausländischer Abnehmer hat deutlich zugenommen.“ - Ist doch mal was.
Kommt Ihnen bekannt vor? Da haben Sie den richtigen Riecher. Bei dem oben wieder gegeben Zitat handelt es sich um meinen M.O.W.-Bericht vom 27.09.2000. Zehn Jahre alt. Und doch aktuell wie eh und je. Also sage keiner, der in Ostwestfalen oder anderswo auf Kundschaft wartet, er hätte von nichts gewusst.
Noch ein Beispiel gefällig? Gerne: „Lange Gesichter machten einmal mehr solche Aussteller, beispielsweise aus der Türkei, die hier auf der >Power pur<-Veranstaltung der deutschen Möbelbranche erstmals versuchten, beispielsweise Polstermöbel an den Mann zu bringen. Die Neigung, unbekannte neue Lieferanten zu listen, hat bei den Großabnehmern im Handel weiter nachgelassen.“ – Auch ein Satz von mir. Sechs Jahre später zur Herbstmesse2006. Topaktuell wie jedes Jahr. Reihe beliebig fortführbar.

Wer wie ich seit 1984 sämtliche M.O.W:-Veranstaltungen absolviert hat - 27 Jahre lang, zuweilen auch zweimal im Jahr - der kann aber nicht mal mehr schmunzeln, wenn er immer wieder die selben Sprüche hört oder liest. Eins hat allerdings zugenommen. Die Bösartigkeit mit der bestimmte Veranstaltungen systematisch totgeschrieben werden sollen.
Gestern bekam ich beispielsweise eine Eilmeldung per SMS aufs Handy. Vierhaus und Venjakob haben ihre Informa-Verträge gekündigt. Na und? Das wäre noch vor wenigen Jahren keinem Journalisten auch nur eine Zeile wert gewesen. Da scheint in der Tat missionarischer Eifer dahinter zu stecken.
Vielleicht auch nur wohlfeiler Populismus, um den Lesern nach dem Mund zu schreiben. Aus ähnlichem Grund hetzt die Bild-Zeitung ja aktuell mit Begeisterung gegen die bösen Griechen, die unser schönes Geld gar nicht verdient haben. - Komische Zeiten!

Ihr

Ralf Hartmann
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