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› Heute ist es mal wieder an der Zeit… HD - 301
27.07.2012 … die oft rätselhaften Zahlen, Daten, Fakten der Möbelbranche unter die Lupe zu nehmen. Haben doch gerade der Holzmann Verlag, Hamburg, (möbelkultur) und DER MITTELSTANDSVERBUND - ZGV e.V., Berlin, ihre einschlägigen Untersuchungen publiziert.

Letzterem bzw. dem vom ZGV beauftragten EHI Retail Institute verdanken wir übrigens die Zahl 30,7 Mrd. Euro, die den Gesamtumsatz des deutschen Möbelhandels widerspiegeln soll.

Aber zunächst zu den Holzmann-Zahlen, die der Verlag seit Jahren fortschreibt und alljährlich in einem Special („möbelkultur Umsätze 2012“) veröffentlicht.

Dabei fällt auf, dass sich bei den Großen der Branche nicht allzu viel verschoben hat. Unangefochten an der Spitze bleibt IKEA mit 3.650 Mio. Umsatz-Euro.

Nummer zwei ist die Höffner-Gruppe mit Sconto und Möbel Kraft, die ihre Erlöse nur unwesentlich von 1.950 in 2010 auf 1.980 in 2011 steigern konnte.

Dritter ist die weltweite Nummer Zwei im Möbelhandel, die österreichische XXXLutz-Gruppe, die zwar insgesamt auf 2.900 Mio. Euro kommt, in Deutschland aber „nur“ rund 1.600 Mio. Euro erwirtschaftet hat.

Bezogen auf die oben erwähnten 30,7 Mrd. Euro verfügen die drei größten Möbelhändler in Deutschland mit 7.230 Mio. Euro über einen Marktanteil von 23,5 Prozent.

Alle sieben Umsatzmilliardäre – auf Platz 4 bis 7 tummeln sich porta (1.250 Mio.), die Tessner-Gruppe mit Roller, téjo, Meda (1.200 Mio.), POCO-Domäne (1.080 Mio.) und Segmüller (1.050 Mio.) – kommen zusammen auf stolze 11.810 Mio. Euro und damit auf einen Marktanteil von 38,5 Prozent.

Die großen Zehn – 8. Dänisches Bettenlager (878 Mio. Euro), 9. OTTO (680 Mio.), 10 Schaffrath (335 Mio.) – erlösen zusammen 13.703 Mio. Euro, was einem Marktanteil von 44,6 Prozent entspricht.

Auffällig, dass die Umsatztabelle ab Platz 10 einen Knick bekommt und im 300 Mio.-Bereich weitergeführt wird. Die Plätze 11 bis 20 vereinen nur noch 2.667 Mio. Euro auf sich. Also weniger, als IKEA allein oder XXXLutz insgesamt.

Um das Ganze abzuschließen: Die 20 größten Möbelhändler in Deutschland erwirtschafteten 2011 zusammen einen Umsatz von 16.370 Mio. Euro und halten damit einen Marktanteil von stolzen 53,3 Prozent.

Aber was ist denn eigentlich mit den ZGV-Zahlen? Mit den 30,7 Mrd. Euro Gesamtumsatz? Da liegt nämlich der Hund begraben. Und es stellen sich Fragen über Fragen. Relevant sind eigentlich nur zwei Positionen: „Kooperierender Möbeleinzelhandel“ (18.950 Mio. Euro) und „Verbandsunabhängiger Möbelfachhandel“ (4.660 Mio.).

Das wären zusammen 23.610 Mio. Euro. Und jetzt kommt der Hammer: Angeblich wurden vom EHI Retail Institute nur die reinen Möbelumsätze gezählt. „Bereinigt um den Umsatzanteil der Fachsortimente“, heißt es in der Legende.

Das ist lustig. Laut Holzmann erzielen nämlich allein die fünf größten „verbandsunabhängigen Möbelfachhändler“ IKEA, Höffner, Dänisches Bettenlager und OTTO einen Umsatz von 7.188 Mio. Euro (ZGV-Zahl: 4.660 Mio.).

Jetzt könnte man sagen, „da sind eben die Fachsortimente rausgerechnet“. Ergäbe rund 35% für Fachsortimente. Aber wir reden ja nur über die ersten Fünf. Und eigentlich gehören da die 680 OTTO-Millionen auch nicht rein, weil, das ist ja Versand.

Sie sehen, das Ganze ist uferlos und deswegen ist auch die Zahl 30,7 Mrd. Euro Möbelumsatz mit Vorsicht zu genießen. Die Holzmann-Zahlen wurden natürlich inklusive Fachsortimente errechnet. Und wie viel muss man da jetzt für Töpfe, Tiegel, Handtücher rausrechnen? Je nach Haus völlig unterschiedlich.

Vielleicht 10, 20 oder gar 40 Prozent? Der Schlüssel, den die EHI Retail-Statisten da angesetzt haben, der würde sicher die gesamte Möbel-Handelslandschaft brennend interessieren.

Aber ich wette, selbst wenn wir den hätten, käme hinten wieder nur Kraut und Rüben raus.


Ihr


Ralf Hartmann
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