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16.08.2012
… trauen Sie sich zu, schlüssig zu erklären was da jetzt eigentlich los ist mit dem Euro und den vielen hundert Milliarden,
Ich nicht! Einer der Journalisten meines Vertrauens Hans-Ulrich Jörges, der Zwischenruf-Schreiber vom Stern, mit dem ich absolut nicht immer einer Meinung bin, hat zu diesem Thema letzte Woche einen bemerkenswerten Kommentar abgeliefert: „Wider die Angstmacher“ heißt der Titel seines aktuellen Zwischenrufs und er bringt da mal auf den Punkt, wo es hängt bei der Euro-Diskussion. Zitat: „In die Stille dringt das Stimmengewirr der Angstmacher. Der Euro ist eine Missgeburt, Griechenland nicht zu retten, der Süden will nur unser Geld, und die deutsche Oma soll mit ihrem Sparbuch bankrotte Investmentbanker raushauen.“ Aber nicht nur die Omas sind gefragt. Jörges weiter: „Schon ist ein großer Teil der jungen Generation verloren: Mehr als die Hälfte der 14 bis 24-jährigen, ergab jüngst eine Umfrage des Bankenverbands, glauben langfristig nicht an den Erfolg des Euro und könnten sich ihre Zukunft problemlos ohne ihn vorstellen.“ Und Jörges macht einmal mehr klar, was immer wieder untergeht im ewig gleichen Gelaber zum Thema: „Wir zahlen und alle anderen lachen uns aus.“ Zitat: „Viele vermuten, die unglaublichen Summen von denen öffentlich die Rede ist, seien ausgezahlt und verloren.“ Aber das Gegenteil ist der Fall. Bislang wird immer noch an den Zinsen verdient, die aus Griechenland und anderswo in die Bundeskassen fließen. Deswegen fordert Jörges vom Finanzministerium „eine regelmäßig aktualisierte Übersicht der Kredite und Garantien für notleidende Eurostaaten“. Darüber hinaus: „Einprägsame, verlässliche Zahlen, Daten und Fakten über den ökonomischen Nutzen, den die Deutschen aus dem Euro ziehen.“ So zum Beispiel, was viele unter Ihnen ohnehin schon wissen, weil sie selbst davon profitieren, dass nämlich „die deutschen Exporte seit Einführung des Euro um 120 Prozent gestiegen sind“. „Warum schweigt die Wirtschaft?“ fragt Hans-Ulrich Jörges zu recht. Und appelliert an die Betroffenen: „In jedem Betrieb mit nennenswertem Export, ob Mittelstand oder Großkonzern, ließen sich die Bilanzen des Euro-Erfolgs erstellen, in Kooperation mit dem Betriebsrat. Konkret: Wie ist bei uns die Jobentwicklung seit Euro-Einführung, wie viele Arbeitsplätze hängen vom Export ab, wie entwickelt sich die Ausfuhr, wie der Wettbewerb mit den wichtigsten Konkurrenten?“ Ich finde, das ist ein bemerkenswerter Ansatz. Und sicher sinnvoller, als sich die „gute, alte“ D-Mark zurück zu wünschen. Ihr Ralf Hartmann |
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