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› Ich erinnere mich noch gut… HD - 303
31.08.2012 … an die Zeit, als Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre die ersten möbelnahen Betriebe den Börsengang wagten. Mit großem Interesse habe ich die jeweiligen Hauptversammlungen verfolgt. Und fast immer war Kurzweil geboten.

Zunächst ging es heftig los, als Dr. Olaf Glunz am 05.07.1988 auf der ersten Hauptversammlung seiner Glunz AG, damals noch mit Sitz in Hamm, von den Vertretern der Kleinaktionäre zwar wohlwollend überheblich zum Deppen gemacht – Zitat: „Sie sind neu an der Börse, da sind wir gerne etwas nachsichtiger“ – dann aber doch heftig abgewatscht wurde.

Der Grund: Die Glunz-Aktie, die – wie AR-Vorsitzender Dr. W. Tillmann damals ungeschickterweise öffentlich erklärte – „gerade noch rechtzeitig vor dem Börsencrash“ unters Volk gebracht worden war, hatte im ersten Jahr nach der Emission 20% ihres Wertes verloren. Fiel von 200,- auf 160,- DM.

Aus heutiger Sicht goldene Zeiten, wenn Möbel AGs „nur“ um 20% absacken.

Die erste Jahreshauptversammlung der Steffen AG, Mastershausen, am 25.06.1992, an der erstaunlicherweise bis auf Georg Nolte und Hans Panthel kein namhafter Mitbewerber interessiert war, ließ sich in punkto Berufsnörgler aus der Kleinsparer-Ecke zunächst auch eher harmlos an.

Hier hatte Herbert Steffen durch geschickte „Informationspolitik“ vorgebaut. Hatte die entscheidenden Meinungsführer von der Schutzgemeinschaft für Kleinaktionäre e.V., Wuppertal, und von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V., Düsseldorf, Wochen zuvor schon an den Stammsitz Mastershausen eingeladen, ordentlich bewirtet und „informiert“. Da blieben zur Hauptversammlung kaum noch Fragen offen.

Später ging dann nicht nur bei Steffen die Post ab. Wurde auf den Hauptversammlungen gekeift, gedroht und gejammert. Auch die jeweils Verantwortlichen der seit 1996 börsennotierten ALNO AG können ein Lied von solch turbulenten Veranstaltungen singen.

Worauf ich aber hinaus wollte, das war die Kurzweil bei diesen Versammlungen. Die hat mir nämlich am 21.08.2012 in Pfullendorf gänzlich gefehlt. Und dass, wo doch reichlich Sprengstoff vorhanden war.

Lag es an der brütenden Hitze draußen und im Versammlungsraum? Lag es daran, dass die Vertreter der Kleinsparer ihre ohnehin schwer verständlichen Anliegen so stockend vortrugen, als könnten sie ihre eigene Schrift nicht mehr lesen? Oder hatte vielleicht ALNO-Vorstandschef Max Müller durch solide Informationspolitik ähnlich vorgebaut wie weiland Herbert Steffen? Man weiß es nicht.

Wie auch immer. Es gab mehr Ergebenheitsadressen an das Vorstandstrio, als Kritik. Was natürlich auch daran lag, dass die handelnden Personen - Max Müller, Ipek Demirtas und Elmar Duffner - einfach noch nicht lange genug im Amt sind, um für die Sünden der Vergangenheit angepinkelt werden zu können.

Vor einigen Wochen hatte ich in einem Kommentar mal angeregt, den ALNO-Konzern zu filetieren und die lukrativen Teile abzustoßen (HartDran 300 vom 13.07.2012). Auf der aktuellen Hauptversammlung musste ich erstaunt feststellen, dass da gar nichts verkauft werden kann. Zumindest nicht von ALNO.

Alles längst verpfändet. Finanzchefin Ipek Demirtas listete auf Anfrage die Konzern-Sicherheiten auf. So habe die Marke ALNO einen Wert von 20 Mio. Euro. Impuls-Küchen stehe mit 60 Mio. im Sicherheiten-Schrank. Pino – übrigens zur Gänze an Bauknecht verpfändet – habe einen Wert von 40 Mio. Euro. Von Wellmann als werthaltiger Sicherheit war nicht die Rede.

All das soll ja aber jetzt ganz anders werden. Im Rahmen der aktuellen Sanierungsmaßnahmen werden die laufenden Kredite zurückgezahlt. Die Sicherheiten werden frei. Und können dann für neue Kreditaufnahmen wieder herhalten.

Das Leben ist schön!

Ihr


Ralf Hartmann
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