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› „Strenger Scheitel, stechender Blick, pralle Lippen …“ HartDran 392
21.08.2017 … Melanie Bergermann, Redakteurin der Wirtschaftswoche und in dieser Eigenschaft seit einigen Wochen auch intensiv mit dem Thema ALNO beschäftigt, verzichtet auf vornehme Zurückhaltung bei der Beschreibung der optischen Merkmale von Ipek Demirtas, einer der Hauptfiguren beim „bizarren Kampf um die Macht bei ALNO“. So nämlich ist der aktuelle ALNO Artikel in der Wirtschaftswoche überschrieben. „Ipek Demirtas passt nicht so recht ins Raster der Finanzzunft“, findet Bergermann. Was zunächst mal rein optisch begründet wird. Aber nicht nur das. Auch die Vita weiche ab vom üblichen Klischee.

Zitat: „Kindheit in einem anatolischen Bergdorf, Umzug nach Deutschland, Abitur auf dem zweiten Bildungsweg, Studium, erste Jobs, gefolgt von einer Blitzkarriere beim Küchenhersteller ALNO. Ihre Hobbys: Romane schreiben („Wintermädchen“) – und bosnische Clans ärgern.“

Wobei Melanie Bergermann offen lässt, wer aus ihrer Sicht am Ende oben steht. Denn, so schreibt sie weiter, „der Gegner, mit dem sich Alnos Ex-Finanzchefin in diesen Tagen anlegt, ist nicht besonders zimperlich. Die Hastors, wie die bosnische Familie heißt, haben schon die Autoindustrie mit ihrem Zulieferer Prevent vor sich hergetrieben.“

So oder so ist die Sache verworren genug. Denn Bergermann hat folgendes recherchiert.

Nur wenige Tage nach ihrem Abgang als CFO in Pfullendorf -zum Jahreswechsel 2016/2017 - sei im Fürstentum Liechtenstein eine Aktiengesellschaft namens First Epa gegründet worden. First Epa habe kurz darauf dem Hausgeräteproduzenten Bauknecht Forderungen gegen ALNO und die ALNO-Töchter pino und Wellmann über knapp 54 Millionen Euro abgekauft. „Elf Millionen Euro zahlte First Epa dafür.“ Schreibt die WiWo.

Wo das Geld herkommt, das weiß auch Redakteurin Bergermann nicht. Gerüchteweise ist auch Ex-ALNO-CEO Max Müller mit von der Partie. Was dieser vehement bestreitet (siehe auch Seite 11 + 12 in dieser Ausgabe).

Die handstreichmäßige Übernahme der ALNO Tochter pino durch die „Gruppe Demirtas“ ist bekanntermaßen gescheitert. Familie Hastor ging zum Gegenangriff über und schickte auch pino in die Insolvenz.

Jetzt ist erst mal wieder alles offen. Außer dass beide Seiten behaupten, „wir sind die Guten“. Denn Ipek Demirtas wollte natürlich vor allem die Arbeitsplätze bei pino in Coswig erhalten, und die Bosnier wollen ihre pino Perle vor dem Zugriff der „First Epa“ bewahren. Rosinenpickerei verhindern.

Dass der gesamte ALNO Konzern, bzw. das, was von ihm übrig ist, ins Verkaufsregal gestellt werden soll geht dabei aus einer aktuellen Mitteilung vom 02.08.2017 hervor. Da heißt es nämlich, „dass im Rahmen eines in dieser Verfahrenskonstellation üblichen Dual Track Prozesses ein strukturiertes Bieterverfahren organisiert werden soll“. Ein M&A-Berater sei mit der Durchführung eines Investorenprozesses für die gesamte ALNO-Gruppe beauftragt.

Aber wer soll sich denn überhaupt dafür interessieren? Die Marke ALNO ist kaputt. Die Beute ist längst verteilt. Das sieht nicht nur Ex-ALNO CEO Max Müller so, der in einem Gespräch mit KüchenNews Herausgeberin Stefanie Willach folgendes zum Besten gibt:

„Für mich ist alles neben den Schuhen. Wenn die Kunden weg bzw. keine Musterküchen mehr platziert sind, brauche ich Ihnen doch nicht erklären, was passiert. Wie wollen Sie ein Unternehmen retten, das keine Kunden mehr hat?“

Und: „Schauen Sie mal zu Express Küchen oder Artego, die fahren Sonderschichten, dort sind die Aufträge gelandet. Ohne Kunden haben weder ALNO, Wellmann noch pino eine Zukunft.“
Dem bleibt eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Ihr Ralf Hartmann
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