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› Gier schlägt Verstand…
18.03.2018 … könnte man meinen. Oder wie blöd muss man als Anleger eigentlich sein, wenn man ernsthaft mit Anleihezinsen von 15% rechnet? Worum geht es? Im Juli 2016 hat eine Interlübke Holding GmbH, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts München, derzeit ansässig Theatinerstr. 7 c/o Rigeto Unternehmenskapital GmbH, 80333 München – nicht die schlechteste Adresse – für einen festen Zeitraum von 3 Jahren festverzinsliche Inhaber-Teilschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von mindestens EUR 2.000.000,00 und maximal EUR 3.000.000,00 begeben. Zu Teilschuldverschreibungen von jeweils EUR 5.000,00.

Bei der Interlübke Holding handelt es sich um den Inhaber der Markenrechte an der Marke „interlübke“. Lizenznehmer ist aktuell die Lübke GmbH, Rheda-Wiedenbrück, die mit mehr oder weniger Erfolg Markenmöbel unter dem Label „interlübke“ produziert und vertreibt. Tatsächlich wurden insgesamt 414 Anteilscheine im Wert von jeweils 5.000,00 Euro gezeichnet. Womit die Interlübke Holding Mitte 2016 2.070.000,00 Euro eingesammelt hat.

Was mit dem Geld geschehen ist, darüber gibt es aktuell keine Erkenntnisse. Aber offensichtlich ist es nicht mehr da. Denn jetzt haben die gutgläubigen Anleger, die offenbar nur ein einziges Mal ihre 15% Zinsen bekommen haben, zunächst mal verzichten müssen. Und zwar auf ihre Einlage. Von 5.000,00 Euro bleiben zunächst mal nur 1.210,00 Euro. Der Rest ist weg.

Übernommen hat den übrig gebliebenen Nennbetrag in Höhe von 500.940,00 Euro eine Neckarsee 418.V V GmbH, zukünftiger Sitz Winnweiler. Und dahinter steckt die Unternehmerfamilie Schramm, die aktuell als Retter der Marke interlübke gefeiert wird.

Aber was hat Axel Schramm jetzt eigentlich übernommen? Die „hardware“, die in Rheda-Wiedenbrück als Lübke GmbH firmiert, oder lediglich die Markenrechte „interlübke“, die für gut eine halbe Millionen Euro zu haben waren?

Da bleiben doch noch reichlich Fragen offen. Wobei einem die Anleger nicht leidtun müssen. 15% Zinsen! Hallo? Wer ernsthaft mit einer solchen Verzinsung rechnet, der sollte vielleicht doch gelegentlich über professionelle Hilfe nachdenken.

Da sind die Zeichner der ALNO Anleihe, die vor knapp fünf Jahren satte 45 Millionen Euro riskiert haben, ja fast noch als Realisten einzuschätzen. Die haben nämlich immerhin vier Mal Zinsen kassiert. So sind von jeweils 1.000 angelegten Euro 360 übrig geblieben. Als Zinszahlung. Die Einlage ist weg. - Gier schlägt Verstand …

Und auch die interlübke Story scheint noch lange nicht auserzählt. - Für Kurzweil ist gesorgt.

Ihr Ralf Hartmann
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