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09.05.2019 … war es im vergangenen Jahr das ungewöhnlich sommerliche Wetter, das die Möbelhandelsumsätze dahin schmelzen ließ. Das Hamburger Fachmagazin Möbelkultur hat dazu wie in jedem Jahr in seiner Märzausgabe die Umsätze zusammengezählt. Mit dem wenig überraschenden Ergebnis, dass die Konzentration im deutschen Möbelhandel weiter zugenommen hat. Wenn auch auf bescheidenem Niveau.

Zitat: „Die 30 größten der Branche wuchsen erneut um 1,7 Prozent und erzielten einen Gesamtumsatz von 22,68 Mrd. Euro.“ Dabei setzt die Möbelkultur den Bruttoumsatz im Möbel- Küchen- und Einrichtungsfachhandel den BVDM Zahlen folgend bei 32,9 Milliarden Euro an.

Das gibt wie immer Raum für nette Zahlenspiele. Rang 1 bis 3 in der Umsatzhitliste belegen XXXLutz und Höffner hinter dem unangefochtenen Spitzenreiter IKEA, der im Geschäftsjahr 2017/2018 (31.08.) erstmals die Fünf-Milliarden-Marke geknackt hat (5.003 Millionen Euro). Mit einem Umsatzvolumen von 11,37 Milliarden Euro kommen die Top drei also schon mal auf 30% der Gesamterlöse im deutschen Möbelhandel.

Aber während die Sache bei den IKEA Umsätzen noch relativ einfach ist, wird es bei der Analyse der XXXLutz Umsätze schon recht schwammig. Die MK-Charts ordnen den österreichischen Möbelhandelsriesen bei 4,2 Milliarden Euro ein. Mit dem Discounter POCO (1,535 Milliarden Euro) kommt XXXLutz dann auf 5,735 Milliarden Euro. Ist also größer als IKEA in Deutschland.

Liegt aber in Deutschland mit 4,035 Milliarden (XXXLutz + POCO) doch noch um knapp 1.000 Millionen Euro hinter IKEA. Denn 1,5 Milliarden Umsatz-Euro erwirtschaftet XXXLutz mit 30% Marktanteil im Heimatmarkt Österreich. Rund 200 Millionen kommen aus dem osteuropäischen Ausland und dem einzigen Stand-Alone im schwedischen Malmö.

Früher haben Marktbegleiter immer wieder geschmunzelt, wenn sich die XXXLutz Inhaber Familie Seifert als IKEA Jäger in Szene gesetzt hat. Angesichts der ungebremsten Übernahme-Aktivitäten scheint dieses Ziel zumindest in Deutschland nicht mehr völlig absurd.

Dabei liegt Deutschlands Nummer drei, die Höffner Gruppe, bei der Jagd schon deutlich zurück. Hätte ohne die Finke Übernahme, durch die die Höffner Umsätze um 250 Millionen Euro aufgestockt werden, sogar ein leichtes Minus zu verzeichnen. So kommt Höffner-Boss Kurt Krieger (Kraft, Sconto, Finke inklusive) im Jahr 2018 auf geschätzte 2,335 Milliarden Euro.

Nummer vier im MK Ranking ist die OTTO Group, die sich von 1.600 Millionen auf geschätzte 1.700 Millionen steigern konnte. Und wer nichts Wesentliches zugekauft hat, der hat leicht verloren oder er stagniert.

Das gilt für die Tessner Gruppe (Rang 5), die mit dem Discount Riesen Roller sowie tejo`s, Meda, Schulenburg, ein Minus von 3,7 % auf 1,560 Milliarden Euro verbuchen musste. Das gilt für porta Möbel (Rang 6) mit geschätzten 1.300 Millionen Euro nach 1.350 im Jahr 2017 und das gilt für die Nummer 7 im MK Umsatz-Ranking, Segmüller, der bei geschätzten 1.100 Millionen Euro stagniert.

Letzter Umsatzmilliardär im deutschen Möbelhandel ist auf Platz 8 der MK Tabelle Dänisches Bettenlager, das seine Erlöse dank ständiger Expansion durch Neueröffnungen von 1,047 Milliarden auf 1,074 Milliarden Euro steigern konnte.

Fazit: Laut MK Ranking werden 68,94 % (22,68 Milliarden Euro) der Möbelhandelsumsätze in Deutschland von den Top 30 Unternehmen erwirtschaftet. Wobei Rang 21 bis 30 zusammen nur noch auf 1 Milliarde Euro kommt. Hier tummeln sich Unternehmen wie Möbelmarkt Dogern (Rang 21; gesch. 150 Millionen Euro), Möbel Heinrich (24; 100 Millionen) oder Möbel Kempf auf Rang 30 mit geschätzten 70 Millionen Euro.

Dass die Konzentration, dabei mit Schwung voran schreitet, das darf als gesichert gelten. Es sollte aber nicht übersehen werden, dass bei den „übrigen“ Handelsumsätzen in Höhe von 10,22 Milliarden (31,06 %), die von den „übrigen“ rund 8.700 Möbelhandelsunternehmen erwirtschaftet werden, nicht alles so zappen duster ist, wie das angesichts der eher pessimistischen Prognosen diverser Fachpressekollegen den Anschein hat. Da wird durchaus noch richtig Geld verdient.

Ihr Ralf Hartmann
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