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› Wenn die Verbandslandschaft überschaubar wird ...HD - 210
25.10.2007 ...dann ist das auch ein Zeichen für gravierende Veränderungen im Möbeleinzelhandel. Oder: erst sterben die Mittelständler, dann trifft es die Verbände. Diesmal hat es mit dem Bayerischen Möbel-Fachverband e.V., Nürnberg, sogar eine Standesvertretung des mittelständischen Möbeleinzelhandels dahin gerafft (siehe Seite 4).

Aber hier soll es natürlich einmal mehr um die Marktbereinigung in der Szene der Möbeleinkaufsverbände gehen. Hier kristallisiert sich inzwischen eine Drei-Mal-Drei-Gesellschaft heraus: Noch unangefochten an der Spitze, die drei zwanglosen Elefantenherden Begros, Atlas und Union. In Lauerstellung, was die Gesamtumsätze angeht, die drei „Massen“-Verbände VME, EMV und Alliance und im letzten Drittel Garant, GfM-Trend sowie der fröhliche „Exot“ MZE. Vor rund 20 Jahren gegründet als Auffangbecken für unzufriedene Minder-Umsetzer aus anderen Verbänden und jetzt mit mehr als 500 Mitgliedern bestens aufgestellt.

Das war´s dann aber auch schon - die zahllosen reinen Küchenkooperationen mal außen vor gelassen. Und das ist schon ganz schön happig, was da hinten runtergerutscht ist im Verlauf der letzten Jahre.

Ganz aktuell Mondial, zuvor Regent und Wohngruppe. Alle drei Geschichte. Ich soll ja nicht immer von früher reden, aber als ich Anfang der 80er Jahre in den Möbeljournalismus eingestiegen bin, da gab es noch so tolle Vereine wie Afa, Intergros oder Wohnbären.

Wer erinnert sich noch an das Raunen in den Kölner Messehallen, wenn die legendären Concorde-Geschäftsführer Peter Kaib und Manfred Green erstmals auf dem Messegelände gesichtet wurden. Concorde ist längst in der Union aufgegangen und Kaib und Green von der Bildfläche verschwunden.

Ein Raunen gibt es mittlerweile nicht mehr, wenn Verbandsfürsten über die Messe streifen. Eher ein Maulen, wenn sich die verbliebenen Verbände mit harten Bandagen um die Restmitglieder kabbeln. Als kompromisslosester Vertreter der Abwerbe-Künstler gilt dabei schon seit längerem Alliance-Geschäftsführer Andreas Varnholt, der nach Ansicht etlicher Kollegen, vorsichtig ausgedrückt, „unseriöse“ Rechenkunststücke absolviert, um potentielle Beitrittskandidaten weich zu klopfen, indem er sie reich rechnet.

Bei der Alliance soll das Wasserträger-System, nach dem rund 30 große von ein paar hundert kleinen Mitgliedern profitieren derzeit noch sehr ausgeprägt funktionieren. Aber auch die Verbandsgewinne scheinen recht üppig ins Kraut zu schießen.

So hält sich hartnäckig das Gerücht, Andreas Varnholt habe den Mondial-Entscheidungsträgern in Aussicht gestellt, bis zu 400.000 Euro für die Kosten der Verbandsauflösung beizusteuern, sofern diese mehrheitlich nach Rheinbach wechseln.

Handgeld quasi. Bin gespannt, wann nun endlich auch offiziell Ablösesummen gezahlt werden für Verbandswechsel. Das wäre doch ein ganz neuer Erwerbsquell für ausgebuffte Möbelhausberater.

Oh Tempora...!

Ihr

Ralf Hartmann
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