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› Wenn Bewegung drin ist...HD 211
14.11.2007 ...dann ist Veränderung angesagt. Und Flexibilität. Ich will hier nicht noch einmal alles wiederkäuen, was in den letzten zwei Wochen beim Konditionsgeplänkel zwischen VME-Geschäftsführer Günther Böhme und seinem Alliance-Pendant Andreas Varnholt so hochgekocht ist (die zum Teil durchaus lesenswerten Details sind in schönster Ausführlichkeit unter www.moebelnews.de nachzulesen).

Dass die Bandagen härter geworden sind angesichts der mehr oder weniger frei in der Verbandslandschaft herumirrenden heimatlosen Möbelhandelsunternehmen, das lässt sich aber absolut nachvollziehen.

Denn der Kuchen, der jetzt verteilt wird, den gibt es in dieser Form sicher so bald nicht wieder. Immerhin haben sich in kürzester Zeit drei einst namhafte Möbeleinkaufsverbände in Luft aufgelöst. Und auch wenn uns das die potentiellen Profiteure dieser Entwicklung vor allem in Rheinbach und Fahrenzhausen glauben machen wollen. Das letzte Wort ist noch lange nicht gesprochen. Denn vom reibungslosen Übertritt ganzer Mitglieder-Pakete mit Hurrah und ohne Vorbehalte kann wohl kaum die Rede sein.

Auch bei den 29 Beitritten aus der Mondial-Hinterlassenschaft, die Alliance-Vorturner Varnholt am 09.11.2007 in einer offiziellen Mitteilung als vollzogen abgehakt hat, soll es einige Bedenkenträger geben, die – noch? - nicht unterschrieben haben.

Aber selbst wenn der fleißige Akquisiteur Varnholt letztendlich alle Unterschriften beisammen haben sollte, ist der Fisch noch lange nicht geputzt. Dann könnten nämlich nach und nach auf beiden Seiten die Gesichter immer länger werden.

Wer sich mal die Mühe macht, im Alliance-Händler-Finder (unter www.alliance.de) nach solchen Möbelhäusern zu suchen, die demnächst mit einem Mondial-Kollegen in der Nachbarschaft gesegnet sind, der kommt in Einzelfällen auf 20 Treffer und mehr. Also ein Mondial-Mitglied, das mit durchschnittlich 6 Mio. Einkaufsumsatz in der Alliance-Zentrale zu Buche schlägt, hat künftig Minimum ein halbes Dutzend Verbandskollegen um sich rum. Sicher auch ein paar „Eisdielen“ und „Würstchenbuden“, aber doch auch ernstzunehmende Möbelhändler. Zoff ist hier vorprogrammiert.

Umgekehrt wird natürlich auch ein Schuh daraus. „Die Kleinen nutzen dann mein Haus als Ausstellungsfläche und unterbieten dank niedriger Kosten meine Preise“, freut sich ein Noch-Mondialist auf die neuen Kollegen, die ja dann auf dasselbe Sortiment zugreifen können, wie der große. Zu welchen Konditionen, das ist dann wieder die Gretchenfrage.

Wie auch immer. Mit der Problematik der Überschneidungen muss sich natürlich nicht nur Alliance-Chef Andreas Varnholt auseinandersetzen. Intelligenterweise durchforsten derzeit Newcomer wie beispielsweise der ehemalige Wohngruppe-Chef Jörg Seidl mit seinem K3-Verband die jeweiligen Verbandslisten auf Überschneidungsopfer, um die potentiell unzufriedenen Mitglieder möglicherweise auf einen ganz anderen Tripp zu bringen. Das gilt natürlich ebenso für die EMV-, VME- und Alliance-Akquisiteure

Schwung bleibt also drin im Verbandswesen, auch wenn die Einheiten größer werden. Und es gehört durchaus zu den wahrscheinlicheren Zukunftsvisionen, dass gerade in „Massenvereinen“ wie EMV und Alliance die Fluktuation künftig drastisch zunehmen könnte.

Panta rhei - Alles fließt – das hat schon der griechische Philosoph Heraklit erkannt

Ihr

Ralf Hartmann
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