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› Wenn die Katastrophen überhand nehmen...HD - 212
04.12.2007 ...dann wird die Branche plötzlich auch ein wenig professioneller. Zumindest, was die Öffentlichkeitsarbeit angeht. So wurde beispielsweise während der Schieder-Krise mit Wolfgang Weber-Thedy ein externer Krisen-Kommunikator engagiert, der die nach Informationen gierende Fach- und Tagespresse mit dosierten Nachrichten-Häppchen gezielt bei Laune hielt und so spekulativen Auswüchsen gekonnt entgegen wirkte.

Im Katastrophenfall Astroh, der von der finanziellen Dimension her zwar ein paar Etagen tiefer hängt, wegen der betroffenen Endverbraucher und deren stark gefährdeten Anzahlungen jedoch erheblich mehr Schaden anrichten kann in der öffentlichen Wahrnehmung, und damit die gesamte Einrichtungs-Branche einmal mehr in ein ungünstiges Licht setzt

Bei Astroh ist im Auftrag des vorläufigen Insolvenzverwalters Dr. Frank Kebekus nun Holger Voskuhl vom Kölner Kommunikationsbüro rw konzept GmbH als kommunikatives Bindeglied zu einer interessierten Öffentlichkeit engagiert worden.

rw konzept ist unter anderem spezialisiert auf die Unterstützung von „Unternehmen vor, in und nach der Krise – wir helfen als Kommunikator Vertrauen in die Zukunft zu wecken“, heißt es in der Selbstdarstellung der Agentur, „und begleiten den Turnaround“. Und das vor allem im Hinblick auf „die besonderen Anforderungen an die Kommunikation im Insolvenzverfahren, die bedrohlichste Form der Unternehmenskrise“.

Mit Referenzen aus der „Krisen- und Turnaround-Kommunikation“ kann rw für u.a. KirchMedia, Babcock Borsig, AgfaPhoto oder Nici aufwarten.

Inwieweit die professionelle Kommunikation dem Filialisten Astroh aus der Krise helfen kann, bleibt abzuwarten. Schon jetzt lässt sich aber nachvollziehen, dass die Fülle der Informationen die begleitenden Presseorgane eher milde gestimmt hat und immer auch die positiven, die Hoffnung spendende Aspekte hervorgehoben werden. So banal und weitgehend unverbindlich die bisherigen Äußerungen zum Fortgang der Dinge bei astroh bisher auch sein mögen.

Das gilt vor allem für die zuletzt gestreute Meldung, mehr als ein Dutzend potenzieller Investoren hätten schon ihr Interesse an dem darbenden Küchen-Filialisten bekundet.

Wie wir aus der Schieder-Krise wissen, ist das reiner Theaterdonner. Denn bei 80 % der angeblichen Übernahme-Interessenten handelt es sich in der Regel um Mitbewerber, die die Gelegenheit nutzen, mal eben einen wohlfeilen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Der große Investor mit der alles rettenden Geld-Giess-Kanne steht bei Astroh sicher nicht auf der Matte. Und damit ist abzusehen, dass ein weiterer Marktteilnehmer sang und klanglos im Nirwana verglüht.

Es steht zu befürchten, dass allein zum Jahresende 2007 noch einige weitere Insolvenzen ins Haus stehen. Auf Industrie- wie auf Handelsseite. Die längst überfällige Marktbereinigung in der Möbelbranche hat nach meinem Dafürhalten gerade erst richtig angefangen. – Leider, meint

Ihr

Ralf Hartmann
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