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› Wenn am Schluss alle irgendwie doch zufrieden sind... HD - 215
25.01.2008 ...dann bleibt zuweilen ein schaler Geschmack zurück. Das gilt mit Sicherheit für die soeben erfolgreich absolvierte imm cologne, auf der ganz offenbar erstmals wieder massiv Möbel geordert wurden. Oder wenigstens vielversprechende Kontakte für die Wochen und Monate nach der Veranstaltung geknüpft werden konnten.

Ungewöhnlich viele Aussteller äußerten sich heuer zufrieden über den Messeverlauf und das vielleicht gerade, weil die imm im Gegensatz zu früher eigentlich kaum wiederzuerkennen ist. Ich meine da weniger die Neugestaltung der Messe-Immobilien, sondern die komplette Umstrukturierung bei der Zusammenstellung der Aussteller.

Wer sich die Mühe macht, die Messekataloge vor fünf oder gar zehn Jahren mit dem aktuellen Ausstellerverzeichnis zu vergleichen, der wird durchaus erstaunt sein über die massiven Veränderungen im Ausstellerbereich. Das liegt nicht nur an der Strukturveränderung in der Möbelindustrie, die in den letzten Jahren natürlich dutzendweise große und auch weniger bedeutende Namen verloren hat. Das liegt natürlich auch an der Neuorientierung gewichtiger Marktteilnehmer, die Köln zur Zeit nicht auf dem Plan stehen haben.

So rum gesehen hat die imm-Abstinenz wichtiger Marktteilnehmer – so bitter sie für die Veranstalter auch sein mag – für die verbliebenen Aussteller auch ihre Vorteile. Wobei ich durchaus auch der Ansicht bin, dass eine Veranstaltung wie die Internationale Möbelmesse in Köln es allemal verdient hat, dass das gesamte Branchenspektrum abgebildet wird.

Wenn alles am Schluss so positiv klingt, ist Skepsis angebracht. Das gilt nicht nur für Messe-Resümees, das gilt auch für allzu glatte Berichterstattung, die auf allzu glatten Vorlagen fußt. Ich fasse mir hier bewusst an die eigene Nase, da mir im Nachhinein beispielsweise die beiden Berichte auf Seite vier dieser Ausgabe doch ein wenig zu tralala aus der Feder gerutscht zu sein scheinen.

Im einen Fall (GARANT) wurde ein langjähriger Doppelvorstand rasiert und mit wohlwollenden Lobhudeleien in die Abteilung Strategie komplimentiert, im anderen Fall (MHK) bekommen hunderte kleine Küchenstudios mal eben so mitgeteilt, dass die bis dato so grimmig bekämpfte Großfläche ab sofort zur Familie gehört.

Hier bleibt uns für die nächste Zeit noch erheblicher Interpretationsspielraum.

Ihr

Ralf Hartmann
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