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12.02.2008
... „macht es mittel- und langfristig noch Sinn, großvolumige Konsumgüter per Container über ganze Kontinente zu transportieren?“
Peter Gschwend sagt „nein!“ Auch das sei ein strategischer Aspekt, so der neue Schieder Möbel-Inhaber am Donnerstag letzter Woche
auf der Belegschaftsversammlung in Schieder-Schwalenberg, der ihn bewogen habe, ein Möbelwerk in Deutschland zu übernehmen. Die Lohnkosten, so Gschwend, dürften sich zügiger angleichen, als noch vor kurzem prognostiziert. Der Materialkostenvorteil, sei schon länger keiner mehr. Und das Thema Klimawandel gebe der Perspektive, beispielsweise Möbel wieder näher beim Kunden zu produzieren, eine nicht zu unterschätzende zusätzliche Bedeutung. Kastenmöbel beispielsweise in Polen bauen zu lassen, das sei in absehbarer Zeit absolut nicht mehr rentierlicher, als mit modernen Maschinen vor Ort, also beispielsweise in Ostwestfalen. Peter Gschwend, so der neue Mitgesellschafter der Schieder Möbelwerke, Dirk Schmidtmeier, habe eine „Superrede“ gehalten, und sei hervorragend angekommen bei den doch sehr verunsicherten 300 Schiederanern, die jetzt, nachdem ihr Werk offiziell übernommen wurde, noch recht skeptisch waren angesichts dessen, was mit dem neuen Investor wohl alles auf sie zukommen könnte. Schmidtmeier bestreitet übrigens energisch, dass es noch einen fünften stillen Gesellschafter gibt, der ebenfalls in die Zukunft Schieder-Schwalenbergs investiert haben soll. Es ist allerdings schon mehr als ein Branchengeflüster, dass Volker Loch mit seiner Kerkhoff International GmbH, Bad Oeynhausen, auch mit im Boot sitzen soll bei Schieder, demnächst Cotta. Wobei es durchaus Sinn machen würde, Loch mit einzubinden, denn immerhin hat der mit seiner Kerkhoff International schon die letzten sechs Monate mitgeholfen, die beiden verbliebenen Schieder Werke mit auszulasten. Und will das – Mitgesellschafter oder nicht – wohl auch in Zukunft tun. Denn bereits im Oktober letzten Jahres musste sich der Kerkhoff-Boss in unserem Internet Dienst www.moebelnews.de gegen Vorwürfe wehren, er sei ohne Rücksicht auf Verluste ausschließlich auf seinen eigenen Vorteil aus. Loch schrieb damals (am 17.10.2007) die bemerkenswerten Sätze: „Wie bekannt ist, lassen wir noch heute Möbel im Werk 23 produzieren. Alternativhersteller, die zudem preiswerter herstellen könnten, haben wir. Allerdings sehen wir auch eine regionale Verantwortung. Unrichtig ist jedoch, dass wir zwei weitere Programme im Werk 23 produzieren lassen. Um eine solche Entscheidung zu treffen, benötigen wir eine Zukunftsperspektive. Wir wünschen den Verantwortlichen und den 300 Familien hierfür viel Erfolg und eine schnelle dauerhafte Investorenlösung. Auch diese werden wir dann unterstützen.“ Zitat Ende. Was läge angesichts dieser klaren Absichtserklärung also näher, als sich in dem Betrieb, der auch künftig als Partner für Lohnfertigung eine nicht unwichtige Rolle spielen soll, auch finanziell zu engagieren. Aber wenn’s nicht sein soll – zumindest nicht offiziell -, dann muss das einer fruchtbaren Zusammenarbeit ja nicht unbedingt im Wege stehen. Ihr Ralf Hartmann |
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