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› Wenn der ermäßigte Spitzelsteuersatz bei 10 Prozent liegt... HD - 217
29.02.2008 ...dann fragen wir Normalbürger uns allerdings, wieso wir doch so erheblich viel mehr Geld an den Fiskus abführen sollen. Ich will mich hier gar nicht großartig in die verlogene Debatte um Steuergerechtigkeit und –ehrlichkeit einmischen. Sie wissen selbst genauso gut wie ich, dass beispielsweise unser gewichtiger Altkanzler Helmut Kohl sein Ehrenwort vor Jahren über Recht und Gesetz gestellt hat, und dass Stiftungen in Liechtenstein beispielsweise von der hessischen CDU schon zu Zeiten entdeckt und genutzt worden sind, als wir an die Wertschöpfungs-Aktivitäten eines Herrn Zumwinkel noch keinerlei Gedanken verschwendet haben.

Das Thema „Spitzelsteuersatz“ – eine äußerst treffende Formulierung, wie ich finde - hat die Süddeutsche Zeitung aufgegriffen, und ich komme hier nur darauf zurück, weil ich mir spontan ebenfalls überlegt hatte, ob der Liechtensteiner Verräter seinen Judaslohn denn auch ordnungsgemäß versteuert hat. Er hat. „Hierzulande ist genau geregelt“, schreibt die SZ, „welchen Teil ihres Lohnes die Informanten des Bundesnachrichtendienstes (BND) und des Verfassungsschutzes an den Fiskus abtreten müssen. Sie zahlen einen eigens eingerichteten Spitzelsteuersatz. Dieser liegt weit unter dem Spitzensteuersatz von 42 Prozent und sogar unter dem Eingangssteuersatz von 15 Prozent. Der Spitzelsteuersatz beträgt genau zehn Prozent.“

Soviel zu dem. Wenn es in unserer Branche so weiter geht, müssen wir allerdings kaum noch mit Koffern voller Geld nach Liechtenstein pilgern. Das Geschäft mit langlebigen Konsumgütern, sie wissen es besser als ich, bleibt miserabel. Eigentlich kaum zu glauben, wenn man sich die Besucherströme ansieht, die beispielsweise bei der jüngsten Möbel Höffner-Eröffnung in München für Platzangst sorgten. Schon nach drei Tagen konnte Hausleiter Peter Metzger den 150.000sten Besucher begrüßen. Nutzt allerdings nicht viel, wenn die neugierigen Eröffnungsgäste kein Geld an der Kasse lassen.

Profitiert haben allerdings die Radiosender vor Ort und natürlich die beilagenbeschwerten Printprodukte. Beilagen im Kilobereich. Kleine Möbelkataloge, riesige Faltblätter und immer wieder Rabatte, Rabatte, Rabatte. Bei Segmüller werden jetzt sogar schon die Schweinshaxen mit durchgestrichenen Preisen verkauft. Mit Sauce und Kartoffelknödel für 2,50 Euro statt 7,90 Euro.

Und Peter Segmüller hat es dann doch noch geschafft, ein paar Höffner-Preise abzuschießen. Ein identisches teilmassives Erle-Schlafzimmer (Drehtürenschrank sechstürig, Kompaktbett 180 x200cm, 2 Nachtkonsolen) kostet in Parsdorf und Friedberg 777,- Euro. Der Höffner-Eröffnungspreis: 999,- Euro. Eine Elementgruppe „mit hochwertigem Chenillestoff-Bezug und polierten Alufüßen“, die Höffner für läppische 599,- Euro verkauft gibt’s bei Segmüller für 475,- und so weiter...

Es wird wohl doch noch einige Zeit dauern bis der Herr soviel Hirn vom Himmel schickt, dass auch für Möbel-Giganten ein paar Gramm mehr zur Verfügung stehen.

Ihr

Ralf Hartmann
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