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03.04.2008
...der kann sich auch mal selbst ne lange Nase machen. Das Problem beim gedruckten Wort ist ab und zu, dass die Ereignisse den Autor überholen.
So geschehen in dieser Ausgabe beim Thema M.O.W.-Termin. Der Bericht auf Seite sechs war schon gedruckt, als wir die überraschende Wende dann noch auf Seite 1 platzieren konnten. Es empfiehlt sich also, beim Lesen auf Seite sechs anzufangen und dann mit der Titelstory fortzufahren.
Aber auch zur Seite 1 gibt es noch ein paar interessante Zuatz-Fakten. Die das ganze Thema aber nicht wirklich einfacher machen. Die einzelnen Messeveranstalter haben nämlich fast so viele Meinungen wie Mitmacher. So haben laut M.O.W.-Geschäftsführer Bernd Schäfermeier an der Umfrage, die das ganze Thema ins Rollen gebracht hat 70% aller M.O.W.-Aussteller teil genommen, von denen wiederum 77% für eine Verlegung auf Mai plädieren. Das wären gut 50% aller M.O.W.-Teilnehmer. Die finale Gesellschafterversammlung der Hausmesse Süd (03.04.2008) fand ebenso nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe statt wie das Treffen der Oberfranken (04.04.2008). beide Gruppierungen sollen sich aber im Vorfeld zunächst einmal zu 95% gegen eine Verlegung des Herbsttermins ausgesprochen haben. Ohne wenn und aber für eine Vorverlegung der Herbsthausmessen sind dagegen die, für die sie eigentlich veranstaltet werden. Die Großkunden und Verbände. Aber das Votum der geschätzten Kundschaft scheint vielen Lieferanten vollkommen egal zu sein. Inzwischen sind auch einige Details der streng geheimen Messe-Terminsitzung vom 18.03.2008 in der M.O.W.-Verwaltung in Bad Salzuflen bekannt geworden. Da wurden unter anderem folgende Argumente ausgetauscht: Pro Herbst spräche beispielsweise der relativ gleichbleibende Termin nebst gewohntem und eingespieltem Ablauf. Der Markttest vor der Kölner Messe und die angepasste Zuliefersituation. Contra Herbst wurde vorgebracht: Einkaufsaktivität während der starken Verkaufszeit. Neue Modelle kommen zu spät in die Ausstellungen (Januar bis März), damit zu kurze Bewährungszeit. Pro Frühjahr spricht u.a.: Die Entscheidungsfindung der Verbände ist bis Ende Juni gewährleistet, entsprechende Rahmenbedingungen würden von den Verbänden angepasst. Die Verbandsmessen würden um ca. 8 bis 10 Wochen vorgezogen. Dadurch Dispo und Auslieferung inkl. Unterlagen (ergo: höherer Umschlag in der starken Verkaufszeit). Zudem wäre die Vorproduktion neuer Modelle in den Sommermonaten möglich. Die Zulieferer (ZOW, Proposte) hätten zugesagt, sich anzupassen. Der Termin wäre obendrein passend zu fast allen internationalen Messen (März/April). Contra Frühjahr: Terminwechsel wäre problematisch, da eingefahrene Gewohnheiten umgestellt werden, bestehende Abläufe und Abhängigkeiten (Zulieferer) verändert werden müssten. Generelle Überlegungen sind außerdem: Es besteht der einhellige Wunsch der Verbände nach einer Verschiebung ins Frühjahr. Bei der M.O.W. ist die Entscheidung zumindest innerlich bereits zugunsten des Terminwechsels gefallen. Die Verbände wollen aber auf jeden Fall einen Konsens mit Möbel-Meile, HM-Süd und Oberfranken, weil sie sich in den „dunklen Monaten“ das bessere Geschäft mit Neuheiten versprechen. So veranstaltet die Begros ihre Exklusivmesse heuer bereits im Juni. Zugleich stellen Arte M, Loddenkemper, Candy (3C-Gruppe) u.a. ihre Neuheiten vor. Auch aus dem Kreis der Hausmesse Süd treten etliche Teilnehmer (Rauch, Ruf, Erpo/Dreipunkt, Laauser, Gwinner und Begana) im Frühjahr an. Die komplette Steinhoff-Gruppe inklusive Hukla und Klose stellt im April in Westerstede aus. Rolf Benz ist in Mailand. Dass die Küchenmöbelindustrie im Herbst bleibt wird von den Verbänden unter anderem deswegen begrüßt, weil dies zur Entflechtung der Termine beiträgt und weil für Küchen wegen der engen Verbindung mit der Geräteindustrie ohnehin andere Gesetze gelten. Jetzt gilt es abzuwarten, ob die M.O.W. einen Alleingang macht, bei dem die anderen mitziehen müssen, oder ob das ganze Thema nach guter alter Möbel-Manier doch noch zu Tode gequatscht wird und alles beim alten bleibt. Mein Tipp einmal mehr: Soviel auch für den Frühjahrstermin spricht, es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass diese kleine Revolution wirklich durchgezogen wird. Ihr Ralf Hartmann |
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