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› Appell an ALNO Kunden
07.09.2017 „Der Handel entscheidet über ALNOS Schicksal“ Jetzt sollen es die Kunden richten. Laut einem aktuellen Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) hat der vorläufige Insolvenzverwalter der ALNO AG, Dr. Martin Hörmann, einen Appell an die Großkunden des Unternehmens gerichtet.

Gegen die Kunden nämlich, so Hörmann in der F.A.Z., könne man nicht sanieren. Das Problem: „Aufgrund der fehlerhaften Lieferungen in den vergangenen Monaten sei es zu einer erheblichen Verärgerung unter den Kunden gekommen.“

Er werbe deswegen „gerade mit Hochdruck“ um neues Vertrauen. Und äußert den frommen Wunsch: Dass die kunden wieder aus Überzeugung bei Alno bestellen. Überzeugt sind die Kunden allerdings nur davon, dass es wenig Sinn macht, aktuell mit der ALNO AG zu rechnen.

Wie denn auch, wenn an eine „normale“ Produktion in den ALNO Betrieben aktuell kaum zu denken ist. Ist man in Pfullendorf (ALNO), Enger (Wellmann) oder Coswig (Pino) aktuell doch intensiv damit beschäftigt, tausende von Teilen für Küchen zu produzieren, die längst beim Handel stehen, aber fehlerhaft geliefert wurden.

Und Aussagen wie: „In den nächsten Wochen entscheide sich, was mit ALNO passieren werde.“ Oder: „Die Richtung ist allerdings offen, und alles ist möglich“, motivieren sicher niemanden, jetzt auf das Thema ALNO zu setzen.

Denn nach Aussage Hörmanns, so die F.A.Z., käme es „voraussichtlich Ende September oder Anfang Oktober zur Insolvenzeröffnung“. Wobei das Ende offen bleibt. Denn: „Von einer Restrukturierung des Unternehmens mit neuem Investor bis zur Zerschlagung, Versteigerung und Auflösung sind verschiedene Szenarien möglich.“

Zudem räumt Hörmann offen ein, dass eine geregelte Produktion an den ALNO Standorten derzeit offenbar nicht stattfindet. Zitat: „Wir befinden uns in einer Art Reset-Situation. Viele Dinge werden parallel angegangen, einschließlich der Situation in den Werken.“ Wer kann da guten Gewissens einem Kunden ALNO Küchen verkaufen?

Der Handel hielte sich zum Thema ALNO derzeit ohnehin bedeckt. Niemand wolle derzeit eine öffentliche Aussage treffen. Das stimmt aber nicht ganz. Denn schon vor rund zwei Wochen hat sich VME Einkaufs-Geschäftsführer Jens Westerwelle in der Neuen Westfälischen zum Thema geäußert.

Kein Wunder. Denn der Einrichtungspartnerring VME ist in besonderem Maße von der ALNO Pleite betroffen. „Wir gehören zu den größten Kunden von ALNO" lässt sich Westerwelle in der NW zitieren. Und: Gemeinsam mit der MHK Group, beliefen sich die Bestellungen bei der ALNO-Gruppe jährlich auf „einen dreistelligen Millionenbetrag", so Westerwelle.

Und natürlich sei auch VME mit unvollständig gelieferten ALNO Küchen gesegnet: „Es ist schon erheblich, was uns noch fehlt", so Westerwelle gegenüber NW Redakteurin Andrea Frühauf. Und schließt mit dem drolligen Satz: „Wenn der Endkunde auf seine Küche wartet, ist der nicht sehr erfreut."

Bekanntermaßen ist das Problem aber ein ganz anderes. Die ALNO AG ist nicht zuletzt deswegen in Schwierigkeiten, weil sie auch und gerade an die VME/MHK Gruppierung unterkalkulierte Ware geliefert hat. Das bedeutet, selbst wenn die ALNO AG wieder auf die Füße käme, könnte sie beispielsweise die VME/MHK Eigenmarken Altano und Culineo wohl kaum zu den bisherigen Preisen liefern. Und da beißt sich die Katze dann wieder in den eigenen Schwanz.

Und so bleibt die Feststellung der F.A.Z.: „Klar ist: Der Verkauf hält sich derzeit gegenüber der Kundschaft mit Empfehlungen für ALNO-Ware zurück, weil niemand weiß, ob bestellte Küchen am Ende wirklich geliefert werden können. Andere bieten keine Produkte aus Pfullendorf mehr an.“

FOTO: Die MHK/VME-Eigenmarken von ALNO
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