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› Kriminalposse um Segmüller und XXXLutz
04.12.2017 Buchhalterin bietet Giga Konditionen für 1 Million Euro an „Wie im `Tatort´: Möbelhaus-Angestellte will Millionen für geheime Daten.“ So lautete letzten Samstag der Titel zu einem Bericht der Augsburger Allgemeinen über eine Gerichtsverhandlung, in der es um Geheimnisverrat ging.

Angeklagt waren eine Buchhalterin der XXXLutz Gruppe und ihr Lebensgefährte, die dem Mitbewerber Segmüller Einkaufskonditionen des XXXL Verbandes Giga International angeboten haben sollen. Kaufpreis: Eine Million Euro.

Wobei AA Redakteur Klaus Utzni die Sache vielleicht ein wenig arg hochhängt, wenn er schreibt: „Wäre der filmreife Coup gelungen, den eine Buchhalterin aus dem Raum Dortmund einfädeln wollte, wäre der Wettbewerb auf dem Möbelmarkt wohl gehörig aus den Fugen geraten.“

Denn Einkaufskonditionen im Möbelhandel sind in Zeiten ständiger Neuformierungen im Verbandswesen bekanntermaßen schon lange nicht mehr streng geheim, sondern durchaus transparent.

Insofern scheint die Forderung der potentiellen Geheimnisverräterin – eine Million Euro – doch leicht überzogen. Das mögen sich wohl auch die Verantwortlichen bei Segmüller gedacht haben, die nur zum Schein auf das Angebot eingegangen sind und die Polizei informierten.

Also ging die Sache schief. „Als der Freund der Buchhalterin am 2. Februar an der Autobahnraststätte Augsburg-Ost eine Tasche mit fünf Leitzordnern an einen vermeintlichen Mittelsmann des Friedberger Möbelhändlers übergeben wollte“ so der Bericht der Augsburger Allgemeinen, habe die Kripo zugegriffen.

Letzte Woche musste sich das Paar dann „wegen des Verrats von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen vor dem Amtsgericht verantworten“. Und kam vergleichsweise billig davon.

Die Frau, die sich bei den Scheinverhandlungen auf 250.000 Euro hatte runterhandeln lassen, wurde zu 22 Monaten, der Freund zu 14 Monaten Bewährungsstrafe verurteilt. Beide müssen zudem als Auflage 160 beziehungsweise 140 Sozialstunden ableisten.

Und die Segmüller-Führung bekam ein ordentliches Lob von Staatsanwalt Baptist Michale, der dem Friedberger Möbelfilialisten ein „sehr redliches Verhalten“ bescheinigte.

Leicht übertrieben scheint dabei die Aussage eines Geschäftsführers „des vom Verrat betroffenen Möbelhauses“ – also XXXLutz – der behauptet habe, die geheimen Daten seien wohl „ein paar Millionen“ wert gewesen. Zitat: „Im Wettbewerb wäre eine Lawine ausgelöst worden.“

Damit hat der Zeuge – bewusst oder unbewusst - den Segmüller Einkäufern ein ausgesprochen schlafmütziges Verhalten unterstellt. Und was denkt sich eigentlich der Möbelhauskunde, wenn in der Zeitung steht, dass XXXLutz seit Jahren weit günstiger einkauft als Mitbewerber Segmüller?

FOTO: Segmüller Werbung
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