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› Entlassungen bei Rauch
04.02.2019 Der Freudenberger Schlafraum Spezialist will sich in den kommenden zwei Jahren von 250 Mitarbeitern trennen „Zukunftsorientierte strategischen Neuausrichtung“ und „Standort-übergreifende Optimierung der Produktionsstruktur“. Mit solch positiv geprägten Begriffen umschreibt Michael Stiehl (FOTO) die anstehenden Entlassungen bei der Rauch Möbelwerke GmbH mit Stammsitz in Freudenberg.

Auf einer Betriebsversammlung in Freudenberg wurde heute mitgeteilt, dass innerhalb der nächsten zwei Jahre 250 Mitarbeiter gehen müssen. Gleichzeitig sollen aber neue Jobs geschaffen werden. Und zwar „durch den Ausbau des Online-Angebots sowie der internationalen Expansion.

Damit, so die aktuelle Mitteilung, stelle sich der Hersteller auf die zunehmende Relevanz von Online-Vermarktungen, die fortschreitende Digitalisierung sowie die schnellere Internationalisierung ein und stehe vor dem größten Geschäftsumbau seiner knapp 125-jährigen Geschichte.

Noch sieht sich Rauch als „deutsche Marktführer für Schlafzimmer- und Stauraumlösungen“, der aktuell ca. 1.700 Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt. Und Rauch Boss Michael Stiehl verzichtet dankenswerter Weise auf das Klagelied über die angeblich Wettbewerb verzerrende EU-Subventionen vor allem für polnische Mitbewerber und stellt fest, dass Rauch aufgrund hoher Investitionen in die Automatisierung der Produktionswerke gegenüber ausländischen Anbietern durchaus wettbewerbsfähig sei.

„Wir arbeiten gerade intensiv an unserer Online-Strategie, schauen welche Kompetenzen es heute in unserem Unternehmen gibt und welche wir zukünftig benötigen“, erklärt dazu Frank Schad, seit knapp einem Jahr Chief Digital Officer bei Rauch.

Und Michael Stiehl, geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe seit 1999, fügt hinzu: „Wir sehen, dass sich der stationäre Handel mit Möbeln in einem ungeheuren Tempo und einschneidenden Ausmaß verändert. Auf diese Marktentwicklung müssen wir flexibel reagieren und die daraus resultierenden Chancen nutzen.“

Aufgrund dieser neuen Situation am Markt sei absehbar, dass es durch strukturelle Veränderungen des Sortiments, der Organisation und des neuen Rauch-Produktionsverbundes zu einem Personalabbau in der Verwaltung und in den Werken kommen werde.

Gleichzeitig sollen aber auch neue Stellen in den Bereichen Softwareentwicklung, Service, Lieferlogistik und Online-Vertrieb geschaffen werden. „Diese Bereiche verstärken wir“, erklärt Stiehl. „Zum Ausbau unserer digitalen Kompetenzen benötigen wir Menschen, die Software entwickeln können, den Vertriebskanal Internet verstehen und uns beim Umgang mit großen Datenmengen helfen. Hier haben wir einen deutlichen Nachholbedarf.“

„Gelingt es uns, das Online-Geschäft schnell weiterzuentwickeln und unsere Prozesse mit den Möglichkeiten der Digitalisierung neu zu gestalten, so können wir unsere Produkte viel näher am Kunden platzieren und auch unsere heutigen Vertriebspartner im Handel stärken.“ so Michael Stiehl.

Lange Zeit habe das Unternehmen versucht, den Online-Vertrieb aus der bestehenden Organisation heraus zu entwickeln und dabei Beschränkungen durch die herkömmlichen Strukturen bemerkt.

Durch die Neuausrichtung der Organisation sowie der Fertigung habe Rauch nun den ersten Schritt in die Wege geleitet, um eine stärkere Fokussierung auf das digitale Geschäft zu ermöglichen. Das dazu nötige Know-how habe das Unternehmen mit der neuen Position des Chief Digital Officer gesichert. Diesen Weg gelte es nun, weiter voran zu treiben.

Die Rauch-Gruppe gliedert sich in mehrere Unternehmensteile, denen Michael Stiehl als Vorsitzender der Geschäftsführung vorsteht. Der Hauptfirmensitz ist im badischen Freudenberg, an dem die Marken DIALOG und PACK’S gefertigt werden.

In Mastershausen produzieren die Rauch Möbelwerke sämtliche Kastenmöbel für die Marke STEFFEN – sowohl Teilmassiv als auch Dekor. Die Marke SELECT mit ihrer breiten Produktpalette hat ihre Produktionsstätte in Bürgstadt. Markt Bibart ist zudem der Sitz des firmeneigenen Spanplattenwerkes.
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