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› Neue US-Zölle auf Möbel
26.09.2025 Nach der Ankündigung neuer US-Zölle auf Küchenmöbel in Höhe von 50 Prozent und auf Polstermöbel in Höhe von 30 Prozent ab dem 01. Oktober 2025 fordert Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der Deutschen Möbelindustrie, die EU-Kommission dringend zum Handeln auf. Da im erst kürzlich vereinbarten Zollabkommen ein Zollsatz von 15 Prozent für EU-Importe in die Vereinigten Staaten festgelegt wurde, müsse die EU-Kommission nun dafür Sorge tragen, „dass diese Vereinbarung auch eingehalten und die deutsche Möbelindustrie nicht noch stärker belastet wird“, sagt Jan Kurth. Andernfalls drohe der Branche durch die willkürliche Zollpolitik der Amerikaner erheblicher Schaden.

Diese Preiserhöhungen schränkten die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Anbieter auf dem amerikanischen Markt massiv ein. So habe sich die volatile US-Zollpolitik bereits jetzt negativ auf die Exportaktivitäten der Branche ausgewirkt, berichtet Kurth.

Demnach sanken die deutschen Küchenmöbellieferungen in die Vereinigten Staaten laut amtlicher Statistik von Januar bis Juli 2025 bereits um 17,4 Prozent auf rund 26 Millionen Euro. Die Vereinigten Staaten stellen derzeit den zehntgrößten Exportmarkt für die deutsche Küchenmöbelindustrie dar. In einer im August durchgeführten Verbandsumfrage hatten rund 80 Prozent der Küchenmöbelproduzenten angegeben, infolge der US-Zölle mit einem Rückgang ihrer Exporte in die Vereinigten Staaten zu rechnen.

Die deutschen Polstermöbelhersteller konnten unterdessen in den ersten sieben Monaten dieses Jahres ihre Ausfuhren in die Vereinigten Staaten noch leicht um 2,5 Prozent auf knapp 12 Millionen Euro steigern.

Auf seiner Plattform Truth Social kündigte US-Präsident Donald Trump diese Woche Einfuhrzölle in Höhe von 50 Prozent auf Küchen- und Badezimmermöbel ab 01. Oktober 2025 an. Für Polstermöbel soll ein Aufschlag von 30 Prozent gelten. Als Grund führte er die massive „Überschwemmung“ des US-Marktes mit diesen Produkten aus anderen Ländern an. Aus Gründen der nationalen Sicherheit und aus anderen Gründen müssten die Vereinigten Staaten ihren eigenen Fertigungsprozess schützen.

Mit einem Umsatz von knapp 96 Milliarden Dollar (2024) stellen die Vereinigten Staaten dem Marktforschungsinstitut CSIL zufolge den zweitgrößten Möbelmarkt der Welt nach China dar.

Auch gemessen am Produktionsvolumen (59 Milliarden Dollar) liegen die USA auf Rang zwei hinter China. Laut CSIL betrug der Importanteil auf dem amerikanischen Möbelmarkt im vergangenen Jahr 43 Prozent. Die mit weitem Abstand größten Lieferländer waren Vietnam (29,7 Prozent der Möbelimporte) und China (25,5 Prozent). Der Anteil Deutschlands an den Möbelimporten in die USA lag bei rund 1 Prozent.

FOTO: VDM-Geschäftsführer Jan Kurth (© VDM)
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