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› Wissen Sie, welchen Satz ich schon lange nicht mehr hören kann…? HD - 279
24.06.2011 …hat Frank Stratmann, Hauptgeschäftsführer der Einrichtungspartnerring VME GmbH & Co. KG, Bielefeld, am Mittwoch, 25.05.2011, die Gesellschafterversammlung der Verbundgruppe im Hamburger Grand Elysee-Hotel gefragt. Und hat auch gleich die Antwort gegeben: „Nämlich, dass die Unterschiede unter den großen drei (Alliance, EMV, Einrichtungspartnerring; Anm. d. Red.) gar nicht mehr so groß bzw. nicht mehr vorhanden sind.“ - Auch wenn, oder gerade weil, aus der Mitbewerber-Ecke zuweilen „abstruse Äußerungen und Darstellungen“ zu hören seien.

Recht hat er, hab ich mir gedacht. Wobei ich es mir mit den Mitbewerbern Alliance und EMV jetzt nicht unbedingt verscherzen will. Aber Unterschiede gibt es schon noch, sofern man sich ernsthaft damit beschäftigen möchte.

Und damit zum Thema: Wissen Sie eigentlich, welchen Satz ich schon lange nicht mehr hören kann…? Sage ich Ihnen gerne. Es ist die Frage: „Hab ich das jetzt bei Dir gelesen oder beim Inside oder wo?“ Drama! Ganz schlechtes Kino. Immer wenn so eine Ansage kommt, da muss unsereinem, also den viel zu zahlreichen Fachjournalisten der Einrichtungs-Branche doch der Kaffee hochkommen.

Denn jeder von uns hat so seine persönlichen Eitelkeiten. Und ganz wichtig ist beispielsweise mir, dass wir irgendwas zuerst geschrieben haben. Wobei das eben leider dem überwiegenden Teil unserer Leser vollkommen wurscht ist.

Schönes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit: POCO Frankfurt. Da hatten wir am 11.04.2011 geschrieben, dass der Bergkamener Möbeldiscounter POCO die Immobilie des ehemaligen Union-Mitglieds Thomas-Wohncenter im Stadtteil Riederwald übernommen hat.

Zur Erinnerung: Lutz Thomas, 25 Jahre lang Inhaber des Thomas-Wohncenters, war mit seiner Krokofant Möbel GmbH & Co. Vertriebs KG im Oktober 2009 dort in die Insolvenz geraten.

Wir hatten also berichtet. Und wie es der Teufel will, schreibt zwei Monate später das „Deal Magazin“, vorher noch nie gehört, dass POCO die Immobilie in Frankfurt usw…. Dies wiederum lesen Kollegen der Möbelfachpresse in diesem Fall der Möbelkultur und schreiben, ähnlich wie wir das auch oft machen, bezugnehmend auf diese Quelle am 17.06.2011, also mehr als 2 Monate nach unserem Bericht über den POCO/Frankfurt-Deal.

Was tun? Darauf hinweisen, dass wir ja schon vor Wochen…damit unsere Leser, die sich womöglich nicht erinnern, nicht etwa denken, wir hätten das Thema verpennt? Ein Eiertanz.

Aber Ihnen ist vermutlich auch egal, bei wem Sie was gelesen haben. Hauptsache, Sie sind informiert.

Aktuell waren wir wieder mal die ersten. Beim geplatzten Schieder/Forte-Deal. Letzten Mittwoch. Hier liegt der Fall noch etwas anders, weil wir nicht hoffnungsfroh Steffen Urbschats Durchhalteparolen nachgeplappert haben, musste ich mir einiges an Vorwürfen anhören (siehe Seite 4).

Nicht zuletzt von einer übereifrigen Redakteurin der Lippischen Landeszeitung, die sich die Rettung der Wohnmöbelwerke Schieder zur persönlichen Herzensangelegenheit gemacht hatte.

Ich hatte ja leider Recht, dass da wohl wenig Chancen bestehen. Häme liegt mir dennoch fern. Allerdings fühle ich mich einmal mehr bemüßigt doch mal wieder darauf hinzuweisen:

Es ist nicht so, dass wir etwas schreiben und dann geht eine Firma in die Pleite. Es ist im Gegenteil immer noch so, dass Firmen pleite sind und dann schreiben wir darüber. Ein kleiner, aber feiner Unterschied.

Ihr


Ralf Hartmann
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