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› Es ist wieder mal Zeit, in aller Bescheidenheit… HD - 280
15.07.2011 …darauf hinzuweisen, dass wir mit unserer Berichterstattung in www.moebelnews.de und HartDran wieder mal die Nase vorn hatten. Diesmal ging es um die ALNO-Sanierung und um die Rolle von Max Müller, der als guter Onkel aus der Schweiz mal eben die Tresore öffnet und ein Füllhorn mit zunächst 15 Mio. Euro über den angeschlagenen Pfullendorfer Küchenmöbel-Konzern ALNO AG ausschüttet.

Zweifel geäußert am selbstlosen Agieren des Max Müller habe ich sowohl am 09.06.2011 im Internet, als auch zwei Wochen später, am 24.06.2011 im HartDran Möbel Report.

Damals wusste ich noch nicht einmal, dass die WirtschaftsWoche, möglicherweise angeschoben durch den geschassten Vorstandschef Jörg Deisel, einen Enthüllungsbericht im Köcher hatte, der am 04.07.2011 gewaltig für Unruhe gesorgt hat im Vorfeld der für den 14.07.2011 geplanten Jahreshauptversammlung des ALNO-Konzerns in Düsseldorf.

Wie mittlerweile allseits bekannt, hat die WirtschaftsWoche das selbstlose Engagement des Max Müller zumindest mal relativiert. Kernerkenntnis: Müller hat nicht etwa eigenes Geld eingebracht bei ALNO, sondern die fraglichen 15 Mio. Stützungskapital bei 107 privaten Investoren eingesammelt. Und dabei gleich mal richtig gut verdient.

War der WiWo-Bericht nämlich zunächst noch mit diversen Konjunktiven versehen, so musste Müller auf der Hauptversammlung mittlerweile bestätigen, dass die Eckdaten durchaus auf Realitäten beruhen.

„Als Gegenleistung für die 15 Millionen Euro, die Müllers Comco an Investorengeldern herbeischaffte, sollten 750.000 Euro Provision an Comco zurückfließen“, schreibt die WiWo und tatsächlich werde die Summe im Wertpapierprospekt zur Kapitalerhöhung genannt. Comco ist eine von Max Müllers Beteiligungsgesellschaften.

Aber nicht nur diesen Deal musste der selbst ernannte ALNO-Retter während der JHV auf entsprechende Fragen von Aktionärsvertretern einräumen.

Zitat WiWo: „Nicht im Prospekt stehen weitere zwei Millionen Euro, die Müller laut Klageschrift dafür forderte, dass er Banken und Großaktionäre dazu bewegt habe, auf 40 Millionen Euro Forderungen an Alno zu verzichten. Deisels Anwalt beruft sich darauf, den Verzicht habe Deisel selbst in monatelangen Verhandlungen mit den Banken und Großaktionär Bauknecht erreicht….“

Müller hatte zu diesen weiteren Provisionen zunächst keine Aussagen machen wollen, räumte aber auf der JHV auch dieses Geschäft ein. Die insgesamt 2,75 Mio. seien in der Tat seiner Gesellschaft Comco gut geschrieben worden.

Damit aber noch lange nicht genug: laut WiWo gibt es weitere Verträge, die bis zu acht Mio. Euro in die diversen Müllerschen Beteiligungsgesellschaften schaufeln könnten.

Sparen will er dagegen bei der Abfindung für die gefeuerten ehemaligen Vorstände Jörg Seidel und Michael Paterka. Deren Entlastung wurde auf der JHV, wie geplant erst einmal verschoben. Auch CFO Jörg Artmann, der als letzter aus dem alte Vorstandstrio am 13.07.2011, einen Tag vor der Jahreshauptversammlung durch Ipek Demirtas ersetzt wurde nicht entlastet und wird wohl seine Abfindung einklagen müssen.

Aber nicht nur deswegen dürfte es bei der ALNO AG in den kommenden Wochen und Monaten so richtig zur Sache gehen. Es steht allerdings zu befürchten, dass die Berichte über den nach Nobilia immer noch zweit größten deutschen Küchenbauer weniger von der Restrukturierung oder der Rückkehr zu schwarzen Zahlen handeln werden.

Zu erwarten ist vielmehr die erste große Seifenoper der deutschen Küchenmöbelindustrie. Stoff für hintergründige Fernsehstaffeln à la Großer Bellheim von Dieter Wedel wäre schon jetzt reichlich vorhanden.

Für Kurzweil in Pfullendorf und anderswo ist allemal gesorgt.

Ihr

Ralf Hartmann
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