Hartdran-Logo
› „Ich habe heute in der Süddeutschen gelesen,... HD - 281
11.08.2011 … Poggenpohl sei pleite.“ Das sagte neulich, am Montag Abend, 01.08.2011, einer meiner Stammtisch-„Brüder“, der natürlich weiß, dass ich mich beruflich gelegentlich auch mit der Möbelbranche beschäftige. Der so zitierte SZ-Leser ist nicht wirklich ein dumpfer Bier-Dimpfl, sondern ein Statiker, der seine diversen Gebäude hoffentlich aufmerksamer plant und sicher besser rechnen kann, als lesen.

Seine Interpretation der Nummer „Duffner geht zu ALNO“ offenbart aber leider einmal mehr, wie flüchtig auch das geschriebene Wort noch immer ist. Der Mann hat die Namen „Poggenpohl“ gelesen und „ALNO“ und das alles im Zusammenhang mit dem Adjektiv „angeschlagen“. Und dass da irgend so ein Retter in den Startlöchern steht. Und daraus wird dann der eingangs zitierte Satz. Den Rest der ALNO/Duffner-Story lesen Sie auf Seite 5 in dieser Ausgabe.

Günther Böhme ist tot. Fast genau 15 Monate nach der denkwürdigen Abschiedsfeier mit 200 geladenen Gästen im Bielefelder Topp-Restaurant „Glückundseligkeit“ ist der langjährige Hauptgeschäftsführer der Bielefelder Verbundgruppe Einrichtungspartnerring VME, der am 22.11.2010 erst seinen 65sten Geburtstag feiern konnte, völlig überraschend verstorben.

Günther Böhme und ich wir war waren nicht im klassischen Sinne befreundet. Aber wir waren uns sympathisch. Kannten uns seit mehr als 20 Jahren. Wir mochten uns.

Das lag zum einen sicher am Humor. Bei uns beiden eher von der trockenen Art. Und es lag an der Eigenschaft, bei aller Professionalität, die Dinge nicht immer gleich in die Abteilung „Grande Katastrophe“ zu platzieren.

Böhme war für uns Journalisten auch immer ein angenehmer Gesprächspartner. Weil er auf vernünftige Fragen offen und ehrlich antworten konnte. Ohne sich mit leeren Allgemeinplätzen aus der Verantwortung zu stehlen.

Ich erinnere mich gut an unsere ersten Kontakte, als er noch Geschäftsführer beim Küchenanbieter Rational in Melle war und schwierige Situationen durch nachvollziehbare Antworten - zumindest in der Außendarstellung - gleich mal ein wenig abzufedern verstand.

Denkwürdig dann auch sein Einstand bei VME, als er 1993 gleich nach Amtsantritt die katastrophalen Folgen der Hess/Lederle-Pleite bewältigen musste und mit Hilfe der Industrie und aller Verbandsmitglieder eine drohende Pleite des Verbandes verhindern konnte.

„Warmherzig, temperamentvoll und durchsetzungsfähig“, so wird er treffend in einem Nachruf des Mittelstandsverbundes ZGV charakterisiert, wo er von 2003 bis 2010 als Sprecher der ZGV-Fachgruppe Möbel auch Mitglied des Präsidiums war.

Und die Zeitschrift „Möbelkultur“ erinnert daran, dass Günther Böhme anlässlich seiner Verabschiedung „in einer sehr persönlichen Rede im Rückblick auf seine Geschäftsführertätigkeit einen beachtlichen Wertekanon in den Vordergrund“ gestellt und „die menschlichen Aspekte auf allen beruflichen Ebenen“ noch einmal besonders betont hat.

Günther Böhme war aber auch ein begeisterter Familienmensch. Seine Augen leuchteten, wenn er von seinen längst erwachsenen Kindern Jan und Meike erzählte und stolz auf deren berufliche wie private Erfolge war.

Ganz besonders aber hat er sich im letzten Jahr auf einen glücklichen Ruhestand mit seiner Frau Anke gefreut. Reisen stand ganz oben auf der Agenda. Und endlich mal so viele andere Dinge tun, für die im Tagesgeschäft immer zu wenig Zeit war.

Diese Zeit ist ihm nun leider nicht vergönnt gewesen. Günther, auch ich werde Dich vermissen.

Ihr

Ralf Hartmann
Anzeigen
mehr...
mehr...
mehr...
mehr...
mehr...
mehr...
medienPARK-Homepage