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30.09.2011
…wo das noch hinführen soll mit der schier unaufhaltsamen Flächenexpansion unserer Möbel-„Giganten“.
Baumann, der in den letzten mehr als 20 Jahren unzählige Möbelhaus-An- und Verkäufe beratend begleitet hat, überschreibt seine Überlegungen mit „Wachstumseuphorie – und die Folgen“. Ausgehend von der „spektakulären Eröffnung“ des neuen HÖFFNER in Hamburg-Eidelstedt und der „nicht minder bemerkenswerte Story um das ganze Projekt“. Ausgehend auch von der schon viel zitierten Eröffnung des porta Möbel-Hauses in Hannover-Altwarmbüchen – angesichts ihrer Expansionsziele rücken für Baumann die „Großen“ mal wieder in den Vordergrund. Dabei wirft er zunächst einen Blick nach Österreich, wo Lutz und Leiner rund 60% des Möbelhandelsvolumens auf sich vereinen und IKEA mit rund 600 Mio. Umsatz-Euro weitere knapp 10% Marktanteil für sich reklamiert. In Österreich sei die „Flächenexpansion mit klassischen Großformaten … abgeschlossen“, zitiert Baumann die Zeitschrift Möbelmarkt. Das Land verfüge mit 27 qm pro 100 Einwohner „mehr als ausreichend über Möbelhandelsflächen“. Das klingt gigantisch. Aber Deutschland steht dem in keiner Weise nach. Umgerechnet liegen wir nämlich heute schon auf gleichem Kennzahlen-Niveau. Denn nach den Statistiken des Hamburger Holzmann-Verlages gibt es in Deutschland schon jetzt 22 Mio. qm VKF in bestehenden Möbelhäusern. Das ergibt bei 82 Mio. Einwohnern ebenfalls fast 27 qm/100 Einwohner. Der Unterschied: Im Gegensatz zu Österreich ist die Expansions-Dynamik hierzulande noch längst nicht abgeschlossen. So hat Klaus K. Baumann bezugnehmend auf die laufende Aktualisierung der Fachpresse ausgerechnet, dass in den nächsten 3 bis 4 Jahren „mindestens 1.000.000 qm neue VKF“ entwickelt wird. „Beginnend bei IKEA, über Höffner/Kraft, Lutz, Segmüller, Martin, Ostermann, Finke, Hofmeister, Mahler & Co., plus die Discounter Roller, POCO/Domäne, Boss und Sconto.“ Die „hot-spots“, wo der Wettbewerb noch intensiver wird, sieht der Unternehmensmakler Baumann dabei zum Beispiel in Berlin, wo mittelfristig noch zwei bis drei Großflächen zur Eröffnung anstehen. Zu erwartende zusätzliche Gesamtfläche: ca. 120.000 qm. Den Norden erklärt Baumann allein durch die Neuansiedlungen Höffner/Hamburg-Eidelstedt, porta/Hannover und die geplanten Großflächen von Höffner/Kraft Kiel, Bremen und Hannover für „absolut dicht“. Aber es geht weiter: „In NRW werden in Duisburg, Dortmund, Herne (im Bau), Hamm und Gütersloh zusammen 160.000 – 200.000 qm VKF geplant. In Hessen/Rheinlandpfalz, Raum Frankfurt, Mainz, Wiesbaden werden ca. 120.000 qm erwartet. In BW, Sindelfingen, Leinfelden/Echterdingen, Ulm, Villingen/Schwenningen, Freiburg sind zusammen ca. 170.000 qm in der Planungs-Pipeline.“ Bleibt noch Bayern: Hier plant Lutz in Kempten seit längerem die Ansiedlung eines 30.000er Klotzes. Ansonsten werde es auch im Süden einige Erweiterungen geben. Die dicht besiedelten Wirtschaftsräume sind zwar besetzt oder verplant. Verstärkt würden aber die Filialisten - Großflächen wie Discounter – „periphere Einzugsgebiete und mittelgroße Städte mit attraktivem Potential besetzen und ihre Filialnetze dadurch verdichten“. Als Beispiele nennt Baumann: Leipzig, Augsburg, Karlsruhe, Gießen, Bielefeld, Gütersloh, Soest, Osnabrück, Lübeck. Wann endet das Wachstum? Fragt sich nicht nur Klaus Baumann. Antwort: „Der Strukturwandel ist ein permanenter Prozess und orientiert sich auch am Angebot und/oder an den Kundenwünschen. Es wird weiter kleinere und größere Übernahmen geben mit z.T. Umnutzung der Flächen.“ Und die Anzahl der Möbelhändler wird weiter sinken, ist auch Baumann überzeugt. „Große“ werden sich zusammenschließen, kooperieren oder sich gegenseitig beteiligen, um durch Synergien die Wirtschaftskraft zu stärken? Zum Beweis nimmt Baumann „die erste bekannt gemachte `strategische Allianz´ zwischen Höffner und Finke“, die ihre „Testphase schon bestanden“ habe. Davon, da bin ich ebenso überzeugt, wie Klaus K. Baumann, wird es künftig mehr und mehr geben. Mittelfristig wird IKEA mit seinen 3,5 Mrd. Umsatz-Euro vielleicht doch nicht mehr allein an der Spitze stehen im deutschen Möbelhandel. Und wir werden es sicher alle noch erleben, dass es nicht mehr die Top 20 sind, die aktuell schon 52% des Gesamtvolumens kontrollieren. Sondern, dass es dazu vielleicht bald nur nach 10 Unternehmen braucht. Wie sich diese neuen Größenordnungen dann auf den klassischen mittelständischen Möbelhandel auswirken, das muss sich weisen. Aus meiner Sicht besteht kein Grund zur Panik. Denn der Ausleseprozess ist schon jetzt in vollem Gange. Und für pfiffige Nischenbesetzer und Spezialisten ist garantiert auch in den nächsten 20 Jahren noch genügend Platz. Ich hoffe, Sie gehören dazu! Ihr Ralf Hartmann |
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