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02.03.2012
…nimmt immer radikalere Formen an, oben um Karrieren und unten, um überhaupt einen Job zu bekommen.“
„Die aus 13 Bannern bestehende Ausstellung wird seit drei Jahren in der Diözese Rottenburg-Stuttgart präsentiert und schon von vielen tausend Interessierten besucht. Zu jedem Banner gibt es einen Flyer, in dem auch die enge Verbindung der Themen wie Mitbestimmung, altersgerechte Arbeitsplätze, Ausbildungsqualität, Burn out, Sonntagsarbeit, Mindestlöhne oder Frauenförderpläne zur katholischen Soziallehre dargestellt werden“, schreibt dazu der Südkurier. Und ALNO-Müller nahm die Vernissage natürlich nur allzu gern zum Anlass, Grundsätzliches zum ordentlichen Umgang miteinander abzusondern. Sich selbst beschreibt Müller dabei laut Schwäbische Zeitung als Unternehmerpersönlichkeit, deren wesentliche Treiber „Interesse und Leidenschaft“ seien. Zum Mut zur eigenen Freiheit, gehöre aber ebenso Verpflichtung. Zudem „Respekt, Verantwortung und Freiheit“. Wenn da etwas entgleite, habe das nachhaltige Folgen. Und weiter: „Persönliche Souveränität, gesunde Vernunft und wechselseitigen Respekt“, nannte Müller als tragende Elemente eines nachhaltigen Wirtschaftens für ein Unternehmen. Und zog in diesem Zusammenhang noch einmal über seine Vorgänger bei der ALNO AG her. Und nochmal Zitat SZ: „ALNO habe nach dem Börsengang zu den vielen Firmen gehört, die unter wechselnden Führungen der eingangs dargestellten Strategie gefolgt sind. Dabei sei zunehmend das Verhältnis zwischen Führung und den Mitarbeitern verloren gegangen. Angst prägt dann das Betriebsklima.“ Für Müller, der bereits zweistellige Euro-Millionenbeiträge in die ALNO AG investiert habe, blieben dagegen „Würde, Freiheit, Vernunft und Souveränität des Einzelnen grundlegende Faktoren einer gesunden wirtschaftlichen Entwicklung“. Was mag sich wohl Christoph Fughe bei solch hehren Sätzen zur Unternehmenskultur denken? Nachdem er als Vertriebsvorstand der ALNO AG doch recht unsentimental verabschiedet wurde. Moralische Entrüstung gab es letzte Woche angesichts der nicht unerwarteten Entwicklung bei der Gengenbacher Polstermöbel GmbH. Besser bekannt als Hukla, Gengenbach. „Wie kann es denn sein“, lauteten sinngemäß die meisten Kommentare zur Insolvenz in Gengenbach, „dass ein Unternehmen sämtlicher werthaltigen Dinge wie Markennamen, Modellrechte etc. beraubt, und dann nebst der knapp 300 Rest-Arbeitsplätze mal eben vor die Wand gefahren wird?“ Andere Unternehmen müssten für solche Vorgänge „umfangreiche Sozialpläne aufstellen und finanzieren“, und in Gengenbach gehe das einfach mal eben so!? Ich will mich hier nicht mehr an der Strohmann-Theorie beteiligen. Und an der Frage, ob die beiden Holländer Mathias van Roij und Richard Seelen nur gutgläubig und blauäugig in ihr Hukla-Abenteuer gestolpert sind. Oder ob alles von Anfang an abgekartet war. Das wird sich zweifelsfrei ohnehin nicht klären lassen. Vermutet, dass es so kommt, wie es jetzt gekommen ist, haben das eigentlich alle Marktteilnehmer, als Anfang Januar die Übernahme wesentlicher Hukla-Teile durch die Polipol-Gruppe bekannt wurde. Insofern ist die Entwicklung absolut nicht überraschend. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass die Holländer jetzt auch noch Hukla Matratzen loswerden wollen. Nahezu jeder Aussteller der Halle 9 ist nämlich schon während der imm cologne im Januar gefragt worden, ob er nicht vielleicht die Haslacher Matratzenfabrik übernehmen wolle. Wie wir wissen, bislang ohne Erfolg. Aber für Haslach sind die Zukunftsaussichten deutlich besser, als für die Gengenbacher Polsterer. Ihr Ralf Hartmann |
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