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› Es ist gar nicht lange her … HD - 323
11.10.2013 … da haben sich bestimmte Gewerkschaftsfunktionäre und lokale Reporter-„Größen“ mit aufklärerischem Habitus systematisch auf die XXXLutz-Inhaber Dr. Richard und Dr. Andreas Seifert eingeschossen. „Ausbeutung“, „Menschenverachtung“, und ähnliche „kapitalistische Schandtaten“ wurden ihnen vorgeworfen.

Dr. Richard Seifert ist in diesem Zusammenhang mal der Kragen geplatzt und er hat sich in einem langen Schreiben an die Zeitschrift „Möbelkultur“ zur Wehr gesetzt und nachgewiesen, dass systematisch wiederholte Einzelfälle kaum zur Verallgemeinerung taugen.

Dass die XXXLutz-Gruppe jetzt nicht unbedingt die Wohlfühloase ist in der sich wenig motivierte Mitarbeiter bei einer gut bezahlten 30 Stundenwoche gegenseitig den Bauch kraulen, während sie die Kundschaft hilflos durch die Ausstellung stolpern lassen, das steht freilich außer Zweifel.

Auch im Fall XXXLutz Theresienhöhe, hat die Gewerkschaft Verdi kurz nach der Übernahme durch die Lutz-Gruppe Ende 2004 einen Streit vom Zaun gebrochen, der letztendlich auch nach hinten losgegangen ist. Nachzulesen u.a. in einem www.moebelnews.de-Bericht vom 01.09.2005.

Richard Seifert schrieb hierzu ein paar Jahre später. „Das Karstadt-Möbelhaus im Jahr 2005 in München war schwer defizitär und konnte nur mit riesigen Kraftanstrengungen einschließlich Verlustübernahmen in Höhe von mehr als 10 Mio. Euro saniert werden“ (moebelnews.de vom 19.11.2009).

Offenbar hat aber auch das nicht gereicht. Dass die Verdi-Funktionäre jetzt nochmal Morgenluft wittern und die ollen Kamellen wieder aus dem Gewerkschaftskeller holen, liegt in der Natur der Sache.

Es wird aber wohl schwierig werden, den Volkszorn zu schüren, solange die XXXLutz-Mitarbeiter bis auf weiteres bei vollen Bezügen freigestellt sind.

Wenn die Seiferts richtig Geld verdienen würden mit ihrer Münchener Innenstadt-Dependance, dann wären sie diesen Schritt sicher nicht gegangen. Und es sieht so aus, als wollten sie sich die Sache nolens volens doch einiges kosten lassen. Hauptsache der Klotz ist weg vom Bein.

Daraus jetzt wieder kapitalistische Schandtaten konstruieren zu wollen, ist sicher zu kurz gesprungen. Sinnigerweise halten sich die Münchener Tageszeitungen auch vornehm zurück mit entsprechenden Vorwürfen. Möglich, dass da auch mal Rücksprache mit den jeweiligen Anzeigenabteilungen gehalten werden musste.

So richtig unabhängig sind eben doch die Wenigsten. Das beobachte ich neuerdings übrigens auch beim direkten Wettbewerb.

Auch wenn kaum ein „unabhängiger“ Journalist zugeben wird, dass es hier und da gewisse Sachzwänge gibt, die ihn in seinem aufklärerischen Drang beschränken, es ist wohl so.

Ob wir das mögen oder nicht.

Ihr

Ralf Hartmann

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