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› Eigentlich konnte ich es nicht mehr hören …
27.12.2018 … wenn früher pünktlich zum Jahreswechsel die immer gleichlautenden Sprüche kamen, mit denen für das bevorstehende Jahr die Apokalypse vorausgesagt wurde: „Da werdet Ihr viel zu schreiben haben im nächsten Jahr!“ Es kam dann regelmäßig nicht ganz so dicke. Aber zum Jahreswechsel 2017/2018 waren derlei Prophezeiungen – im Nachhinein betrachtet – erstmals nicht so ganz verkehrt. Denn 2018, das war schon ein Jahr zum Stirnrunzeln. Da kam doch einiges zusammen.

Wie üblich kam die erste Vorlage im Januar aus Österreich. XXXLutz Stratege Dr. Andreas Seifert vermeldete die Übernahme des Union Filialisten Müllerland. Es folgte der Erstauftritt von XXXLutz in der Schweiz und die Übernahme des VME Mitbegründers Brügge in Neumünster.

Kaum glauben mochte man zunächst, dass auch die Möbelaktivitäten des BEGROS Veteranen Dodenhof auf der XXXLutz Wunschliste standen. Im Oktober war der Fisch dann geputzt.
Eröffnungen im ehemaligen Möbel Mahler in Wolfratshausen und frisch formulierte Expansionspläne in Heidelberg runden das Bild ab. Und es würde mich nicht wundern, wenn Anfang 2019 die Übernahme der Auslandsaktivitäten der kika/Leiner Gruppe durch XXXLutz vermeldet würde. Um die ist es in den letzten Wochen und Monaten nämlich erstaunlich still geworden.

Aber nicht nur die Österreicher haben uns nachrichtentechnisch bei Laune gehalten im ablaufenden Jahr 2018. Ein Hammer beispielsweise die Ankündigung, Kurt Krieger werde künftig mit VME/UNION gemeinsam einkaufen. Eine Absichtserklärung, die nicht zuletzt aus kartellrechtlichen Gründen aktuell noch auf Eis liegt. Aber natürlich den Markt jetzt schon verrückt macht.

Journalistisches Highlight in diesem Zusammenhang ist aus meiner Sicht der Gefühlsausbruch von Inside Chefredakteur Simon Feldmer, der in der Inside Ausgabe 1052 vom 26.10.2018 beschlossen hat: „Es ist genug!“ - Das mit den Konditionen.

Die Konditionsspirale müsse durchbrochen werden. Es brauche eine neue Brancheninitiative, legt Feldmer seinen Lesern ans Herz. Fordert „Luft zum Atmen“ ein. Für Handel und Industrie.

Alles richtig. Aber auch Simon Feldmer weiß: „Es ist natürlich naiv zu glauben, an all dem ließe sich durch einen Appell etwas ändern.“ Und macht sich unnötig klein mit dem Satz: „Noch naiver ist es zu glauben, ein kleines schwindeliges Branchen-Magazin könnte dazu aufrufen.“

Dass er es trotzdem versucht, verlangt Respekt. Und richtig ist sicher auch, dass der eingeschlagene Irrweg „am Ende genau zu einem Punkt führt: ans Ende der Sackgasse“.

Andererseits ist das alles auch wieder nicht wirklich neu. Und das Ende der Sackgasse, das verkünden alte Schreibsäcke wie ich nun auch schon seit 35 Jahren. Vielleicht ist es in Sicht. Vielleicht ist es aber auch nicht wirklich eine Sackgasse. Gibt es irgendwo doch immer noch ein Schlupfloch in die als Zukunft verkleidete Vergangenheit. Lieblingsspruch: Da könnte ja jeder kommen, haben wir schon immer so gemacht usw.. Aber solche Ansagen werden doch immer seltener.

Und so ist Feldmers Fazit, man solle nun doch mal ernsthaft über Partnerschaften reden, auch nicht von der Hand zu weisen. Einig ist sich der Inside Kollege dabei aktuell mit Karl Sommermeyer, der angesichts der neuerlichen Insolvenz seiner Wellemöbel einmal mehr festgestellt hat: „Nicht nur die Hersteller leiden.“ Nein, auch für den Handel werde es immer enger. Sein Fazit: „Wir müssen uns gegenseitig helfen, sonst sieht es düster aus.“ - Für alle Marktteilnehmer. Vielleicht hilft er ja doch. So ein Appell zum Jahreswechsel: „Es ist genug!“

In diesem Sinne auf ein erfolgreiches 2019.

Ihr Ralf Hartmann
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