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› Warum Klopapier …
15.03.2020 … oder, warum Baumärkte auf und Möbelhäuser zu? Fragen in diesen Tagen, auf die wohl kaum einer eine Antwort weiß. In Italien verabreden sich die Menschen zu spontanem Singen auf ihren Balkonen, um die Stimmung in der durch das Corona-Virus bedingten Isolation zu heben. Die Spanier applaudieren ihren Corona Helden. Tausende Bürger gingen Mitte März am späten Samstagabend an die Fenster oder auf die Balkone, um sich bei Ärzten, Sanitätern, Krankenpflegern und anderen Helfern mit einer nächtlichen Ovation zu bedanken. In Madrid war minutenlanger, begeisterter Beifall gegen 22.00 Uhr praktisch in der ganzen Stadt zu vernehmen. Auto- und Busfahrer veranstalteten Hup-Konzerte.

Und was machen die Deutschen? Sie horten Klopapier. Warum auch immer. Im Netz gibt es bereits Rezepte „Klopapier mit Tomatensoße“ oder „Klopapier als neue Währung“. - Schwarzmarkt Feeling. In einer dieser zahllosen Corona-Talk-Shows versuchte letzten Montag eine dieser unsäglichen Diplom-Psychologinnen, die jetzt für kurze Zeit ins Rampenlicht nach „oben“ geschwemmt werden, das Hamster-Kauf-Problem mit Hunger und Not in den Kriegs- und Nachkriegsjahren zu erklären.

Ja aber hallo! Das ist jetzt über 75 Jahre her! Da waren unsere lieben Alten, die jetzt so ganz besonders gefährdet sind durch das „neuartige Corona-Virus“, noch gar nicht so richtig auf der Welt. Und das sind sicher auch nicht die, die sich jetzt beim Discounter um Nudeln, Mehl und eben Klopapier kloppen. Warum Klopapier? Ich versteh`s nicht!

Aber zurück zu „Baumärkte auf und Möbelhäuser zu“. Auch das kann sicher keiner so richtig erklären. Es gibt da eben so eine Liste. Was ich allerdings schon seit zwei, drei Wochen nicht verstehe, ist die Tatsache, dass nicht nur unsere führenden Möbel-Filialisten keine Außendienst-Kontakte mehr wünschen. Ihre Einkäufer auch nicht mehr rausschicken in die böse Corona Welt. Sich aber wenig scheren um Kunden und Verkäufer, die sich im täglichen Face-to-Face-Management mit der Virus-Gefahr zu konfrontieren haben. Zweierlei Maß!

Klar kann man das weiter führen. Warum Buchläden zu und Friseure auf? Ist nicht vielleicht Lesen wichtiger als Haare schneiden? In diesen Zeiten? Man weiß es nicht. Die einen sagen so, die anderen so. Aber lesen kann man ja auch Online. Möbel kaufen übrigens auch.

Und so gesehen eröffnet Corona vielleicht auch ganz neue Chancen. Das ganz normale Leben wird runtergefahren: Flugzeuge bleiben am Boden. Kreuzfahrer bleiben im Hafen. Der Nah- und Fernverkehr läuft auf Feiertagsmodus. Co2 technisch sicher ein positiver Aspekt.

Und wer im Möbelhandel noch nicht ganz den Anschluss verpasst hat, der perfektioniert jetzt eben mal in aller Ruhe seine Online-Aktivitäten. So hat doch jede Katastrophe auch ihr Gutes. Aber das mit dem Klopapier …?

Ihr Ralf Hartmann
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