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› Zweifellos war Karl Sommermeyer …
29.07.2020 … der am 16. Juli so überraschend verstorben ist, nicht irgendwer in der Möbelbranche. Entsprechend schwer tat sich die Fachpresse bei der Würdigung seiner Person. Von „schillernde Persönlichkeit“ (Inside) über „eine der prägenden Persönlichkeiten der Möbelbranche“ (Möbelkultur) oder „ganz große Persönlichkeit“ (moebelnews) bis zu „Die deutsche Möbelbranche verliert mit ihm eine ihrer Lichtgestalten, …“ (Möbelmarkt). Die Superlative tanzen Tango.

Ich kannte Karl Sommermeyer lange und gut, und aus meiner Sicht hat ihn Kathrin Erdmann, die Tochter von Werner Welle und aktuelle Chefin der Welle Holding in Paderborn, am treffendsten beschrieben.

Zitat: „Herr Sommermeyer war eine starke, durchaus streitbare Führungspersönlichkeit mit viel Charme und Charisma. Er hat sein gesamtes Arbeitsleben unserer Unternehmensgruppe gewidmet und maßgeblich zu ihrer Entwicklung beigetragen, dafür gilt ihm unser aufrichtiger Dank.“

Dabei muss man wissen, dass die Nachfolge bei himolla im Jahr 2018 nicht unbedingt im besten gemeinsamen Einvernehmen getroffen wurde. „Mich hat keiner gefragt“, war die Standardantwort von Karl Sommermeyer, wenn es um seinen Nachfolger bei himolla, den Hausgerätespezialisten Ralph Bestgen ging. Inzwischen ist klar: Bestgen hat sich bestens eingelebt im Polster-Imperium mit Stammsitz in Taufkirchen.

Aber zurück zur „Lichtgestalt“. Am 16.07.2020 ist Karl Sommermeyer nach kurzer, schwerer Krankheit in Paderborn verstorben. Sommermeyer, am 17. Oktober 1948 in Bünde/Ostwestfalen geboren, hat nahezu sein gesamtes Berufsleben in Unternehmen der Welle Gruppe, Paderborn, verbracht.

Nach Schreinerlehre und dem Studium für Holztechnik in Rosenheim startete er als Betriebsassistent bei Welle Möbel in Paderborn und übernahm später die technische Betriebsleitung bei Rolf Benz in Nagold sowie bei Leicht Küchen in Waldstetten. Seit 1983 agierte er erfolgreich als Geschäftsführer Marketing und Vertrieb bei Welle in Paderborn. „Seiner eigentlichen Passion“, wie Kathrin Erdmann schreibt.

Die wirtschaftlichen Probleme der himolla Polstermöbel GmbH verschlugen Karl Sommermeyer schließlich im Jahr 1995 nach Taufkirchen/Vils. Der Hintergrund: 1993 hatte Werner Welle mit seiner Welle Holding die – nach Hukla – damalige Nummer zwei im deutschen Polstermöbelmarkt, himolla, dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds abgekauft und innerhalb von zwei Jahren drei Geschäftsführer verschlissen.

Das konnte so nicht weiter gehen, und so entschloss sich Welle schweren Herzens, seinen besten Mann, Karl Sommermeyer, von Paderborn nach Taufkirchen zu versetzen, um die bayerische Polsterperle ans Laufen zu bringen.

Der Rest ist bekannt. Sommermeyer, für den in den Anfangsjahren das schönste an Taufkirchen der Flughafen München/Erding war - Linienflug nach Paderborn - bekam das Ding in den Griff, lebte sich ein, hätte jedoch damals sicher jeden ausgelacht, der ihm eine himolla Karriere bis ins Jahr 2018 vorausgesagt hätte.

Sein Tod im Alter von nur 71 Jahren macht klar, es kann jedem jeden Tag passieren. Karl Sommermeyer war ein angenehmer Gesprächspartner, ein kurzweiliger Reisegefährte und ein wertvoller Ratgeber. Wir waren zu Zeiten in Polen unterwegs, als da noch kein Tourismus angesagt war. Und mit ihm konnte man immer offen reden. Auch über Dinge, die mal nicht so gut gelaufen sind. Du wirst mir fehlen, Karl!

Meine aufrichtige Anteilnahme gilt seiner Frau Inge, seinen Kindern Anna, Jan und Noah sowie allen, die ihm nahe standen.

Ihr Ralf Hartmann
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