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› Jeder, der mal da war …
24.08.2020 … weiß, wovon ich rede. Massiver Schreibtisch, „normale“ Sitzecke, Besprechungszimmer nebenan, schwarze Keramik. Es hat dort sicher viele hochbrisante Gespräche gegeben. Und dort ist sicher auch immer wieder wichtiges verhandelt und entschieden worden. Ich rede über das Chefbüro von Hans Strothoff. Über das in der ehemaligen Europa Zentrale der MHK Group, Dreieich. - Im futuristischen Neubau, vor ziemlich genau zwei Jahren feierlich eröffnet, sieht es noch etwas anders aus.

Ich habe in den letzten 30 Jahren sicher ein halbes Dutzend Mal bei Hans Strothoff im Büro gesessen, zumeist am späten Nachmittag – wegen open end. Unsere Gespräche waren eher entspannt. Ich konnte ihm ein paar Geschichten aus der Möbel Branche erzählen - wo er informativ nicht ganz so fit war, wie in der Küche - er hat mir ab und zu ein paar Hintergründe aus seinem Spezialgebiet erläutert.

Alles „off records“, nicht zum Verwenden - also nicht im Tagesgeschäft - aber gut für den Hinterkopf. Dümmer wird man bei solchen Gesprächen nie! Ich glaube, es hat uns beiden Spaß gemacht. Und auch was gebracht.

Hans Strothoff war ein „Kontroll-Freak“. Er wollte immer alles ganz genau wissen. Sorgte in wichtigen Fragen durch professionelle Hintergrundrecherchen stets für belastbare Fakten. Ein Beispiel aus den Nuller-Jahren: Von den drei großen Küchenverbänden MHK, VKG und DER KREIS brüstete sich damals Dieter Mahr gerne damit, dass „sein“ VKG als einziger Verband genossenschaftlich organisiert sei. Wobei die Mitbewerber, DER KREIS, Leonberg, und MHK, Dreieich, eben inhabergeführt und deswegen nur wenig demokratisch seien.

Hans Strothoff und sicher auch seinem Kollegen, DER KREIS-Gründer Ernst-Martin Schaible, haben derlei Behauptungen immer gestört. In diesem Zusammenhang hat mir der MHK Boss mal ein Organigramm zum VKG gezeigt. Professionell zusammengestellt.

Demnach ist es beim VKG in Pforzheim damals doch nicht ganz so basisdemokratisch zugegangen, wie es nach außen hin den Anschein haben sollte. Das Sagen hatte - wie bei den Konkurrenzverbänden - eigentlich nur einer: Dieter Mahr. Dem habe ich das von Hans Strothoff erstellte Organigramm damals natürlich auch unter die Nase gehalten, er hat geschmunzelt und gesagt „gut recherchiert“.

So viel zu dem. Hans Strothoff hat seine MHK Group in den Jahren danach in ungeahnte Höhen geführt. Den VKG gibt es schon lange nicht mehr.

Kleines Detail am Rande: In einigen unserer Sitzungen ging es tatsächlich auch um mögliche Kooperationsgeschichten MHK/HartDran. Wir sind uns aber letztendlich doch nie einig geworden.

Ich glaube, er mochte mich trotzdem. Nicht zuletzt, weil ich ihm oft und gerne widersprochen habe. Schade eigentlich, dass es jetzt so gekommen ist. Zwei Jahre lang hat Hans Strothoff gegen seine tückische Krankheit gekämpft. Letztendlich ohne Erfolg.

Geplant war ja, dass sein Vize, Werner Heilos, und er sich nach der wegen Corona ausgefallenen 40-Jahr-Feier der MHK Group AG raus aus dem Operativen in den Aufsichtsrat zurückziehen wollten. Man schmunzelt.

Aber die späten Nachmittage in der MHK Zentrale - mit open end - wären sicher noch lockerer geworden. Ich denke, auch Hans Strothoff hatte diesbezüglich andere Pläne. – Dumm gelaufen.

Ihr Ralf Hartmann
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