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› Wie das Pfeifen im Wald …
13.09.2020 … klingen aktuell die Einlassungen diverser Messeveranstalter zur Zukunft der Messewirtschaft nicht nur in diesem Land. Unsicherheit allenthalben. „Die neue Normalität“ proklamiert aktuell die Koelnmesse auch im Hinblick auf diverse Veranstaltungen rund um die Einrichtungsbranche. Und weist vorsorglich darauf hin, dass sinngemäß „nichts mehr so sein wird, wie es mal war“.

Matthias Pollmann, Geschäftsbereichsleiter Messemanagement der Koelnmesse formuliert das nicht ganz so banal. Er sagt: „Wir dürfen nicht darauf warten, dass alte Zeiten wiederkehren, sondern müssen zusammen mutig die Zukunft gestalten“. Es gelte schon jetzt, die neue Normalität zu leben. Und die bewegt sich offenbar in einem schwer zu definierenden neuen Gestaltungsspielraum. Irgendwo zwischen virtuell, digital und Präsenzveranstaltung.

„Die Aufregung steigt in Deutschlands Messewelt“, schreibt dazu Carsten Dierig, Wirtschaftskorrespondent der Zeitung Die Welt, denn nach monatelanger Pause gehe es Anfang September - also jetzt - wieder los „für die stark Corona-gebeutelte Branche“.

Beispiel Düsseldorf, wo der Caravan Salon seine Tore öffnet (05.09. bis 13.09.2020) in Hamburg die Nordstil (05. bis 07.09.2020), in Leipzig das Messedoppel Cadeaux/Midora (05. bis 07.2020) und in Berlin eine „Mini-Version“ der Internationalen Funkausstellung IFA (03. bis 05.09.2020).

„Natürlich werden diese Veranstaltungen angesichts der aktuellen Lage nicht die Größe und den Zuspruch vergangener Jahre erreichen“, lässt sich Jörn Holtmeier, Geschäftsführer des Ausstellungs- und Messeausschusses der Deutschen Wirtschaft, AUMA, zitieren. Aber es sei gut und wichtig, „dass es endlich wieder losgeht für die Branche und dass sie zeigen kann, was auch in diesen Zeiten möglich ist“.

Signalwirkung sei daher eins der meistgenutzten Worte an den Messeplätzen, die in Kürze unter strengen Sicherheits- und Hygieneregeln ihre Gelände öffnen“, so die Welt.

Und Michael Degen, Bereichsleiter Inlandsmessen bei der Messe Düsseldorf, will ein Zeichen setzen. „Dafür habe man sich in den letzten Monaten „einen Arm ausgerissen“ in Düsseldorf.

Das Ergebnis sei eine abgespeckte Version der Leitmesse Caravan Salon – mit 350 statt wie im Vorjahr 600 Ausstellern, mit maximal 20.000 Besuchern pro Tag, die sich beim Online-Ticketkauf registrieren müssen, mit Maskenpflicht auf dem gesamten Gelände, überbreiten Gängen, einem fünfmal höheren Luftaustausch als behördlich angeordnet und über 600 Ordnern und Servicekräften, die auf die Einhaltung von Hygiene- und Infektionsschutzstandards achten.

Schöne neue Messewelt. Oder eben „die neue Normalität“. Wie normal das Aussteller und Besucher finden, das wird sich nach den ersten Veranstaltungen unter Corona Regie zeigen. Es steht zu befürchten, dass bis auf weiteres tatsächlich nichts mehr sein wird, wie es mal war. Egal auf welcher Veranstaltung. Deswegen ist natürlich auch die Skepsis groß, wie es denn mittelfristig weitergehen soll.

Die Zukunft bleibt ungewiss. In Köln mussten sämtliche Messen für September und Oktober abgesagt werden, darunter die Gartenmesse spoga+gafa, die Büromöbelmesse Orgatec und das Marketing-Event Dmexco. Der Grund: weite Kreise der beteiligten Wirtschaftszweige hätten ihr Fernbleiben angekündigt oder die Teilnahme sogar schon storniert.

Die übliche Qualität der Messen sei damit bei weitem nicht mehr zu gewährleisten gewesen, habe die Koelnmesse den Rückzieher begründet. „Und dann stellt sich irgendwann die Frage, inwieweit eine Messemarke Schaden nimmt“, sagt Koelnmesse-Geschäftsführer Gerald Böse.

Übrigens, bis zur Leitmesse imm cologne/LivingKitchen in Köln sind es nur noch gut vier Monate. Es bleibt spannend.

Ihr Ralf Hartmann
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