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› Es gibt durchaus Unterschiede …
15.11.2020 … bei der Bewertung der aktuelle Situation. Die einen sehen die Welt untergehen, andere nehmen die neuerlichen Einschränkungen durch die „zweite Welle“ eher gleichmütig zur Kenntnis. Unter den Fachjournalisten der Möbelbranche ist seit längerem schon Inside Chefredakteur Simon Feldmer Spitzenreiter, was das Erzeugen von Alarmstimmung angeht. Feldmer - Lieblingsformulierung: „unser kleiner Verlag“ - findet schon seit Monaten alles ziemlich schrecklich, was so rund um die Pandemie passiert. Schafft Nähe und „human touch“ durch Anekdoten aus seinem beruflichen und familiären Umfeld und hat aktuell einen „aufwühlenden Herbst“ konstatiert.

Allein in den ersten fünf Zeilen seines aktuellen Editorials findet Feldmer alles „furchtbar“. Schreibt von „drastischen Einschnitten“ mit „schlimmen Folgen“ für alle und macht sich „Sorgen um die Gesundheit“, die dramatisch größer werden.

Der Fairness halber sei erwähnt, dass auch der Inside Redakteur die „Home-and-Living-Branche“ als „Ausnahmebranche“ ausgemacht hat und am Ende des zweiten Absatzes seiner apokalyptischen Betrachtungen einräumt: „Man kann die Dinge auch mal positiv sehen, gerade in diesen Zeiten ist das angebracht.“ – Geht doch!

Andere Fachpressekollegen sind übrigens nicht ganz so negativ gestimmt wie der Inside Kollege. So hat das journalistische Führungs-Duo der Zeitschrift „Möbelkultur“, Evelyne Beckmann und Sascha Tapken festgestellt: „In den Sommermonaten hatten wir das Virus so gut im Griff – und nun erobert es nicht nur die Schlagzeilen zurück, sondern auch unseren Alltag.“

Sie weisen aber auch darauf hin, dass trotz allem in der Wahrnehmung der Deutschen fast schon wieder „Vorkrisenmentalität“ herrscht, was die wirtschaftliche und soziale Lage betrifft. So habe das Meinungsforschungsinstitut Civey herausgefunden, dass rund vier von fünf Beschäftigten aktuell keinen Jobverlust befürchteten.

Noch deutlicher habe es der Psychologe und Marktforscher Stephan Grünewald, Chef des Rheingold Instituts, auf den Punkt gebracht. „In der Gemengelage von Homeoffice, Kurzarbeit und Selbstisolationen“ diagnostiziere der einen Trend zum „kollektiven Vorruhestand“. Und stelle sich die Frage: Ist das aktuelle Deutschland also ein „Entschleunigungsparadies“?

Nicht für alle, so die Möbelkultur weiter. Denn: „Möbel Wallach eröffnet in Pandemiezeiten einen `Red Corner´, der richtig Spaß macht. Und in nur acht Monaten hat die Unternehmensgruppe Ehrmann ihre Filiale in Trier komplett umgestaltet. Diese gehört nun zu den Highlights des deutschen Möbelhandels.“

Zuversicht und Mut habe es schon vor Corona für solche Entscheidungen gebraucht, schreiben Beckmann/Tapken und schließen ihr Editorial mit der Aufforderung: „…bewahren Sie bitte den Gründergeist in sich und sorgen Sie dafür, dass in Ihrem Unternehmen immer auch eine Start-Up-Atmosphäre herrscht. Dann gibt es ganz viel Zukunft nach der Krise – selbst wenn die derzeit gute Möbelkonjunktur wieder abflauen sollte.“ - Diesem Appell kann ich mich ohne Abstriche vorbehaltlos anschließen.

Ihr Ralf Hartmann
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