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› Wenn ein Fachredakteur …
18.07.2021 … beispielsweise aus der Möbelbranche, sich selbst auf die Schulter klopft, weil er als einziger Marktbeobachter frühzeitig ein Dementi eingeholt hat zu einem dieser absurden „Flurfunkgerüchte“, die ab und an durch die Gazetten geistern, dann ist immer mal wieder auch das Inside-Wohn-Markt-Magazin im Spiel. So zuletzt am 10.06.2021 als es bei Inside zum Thema Inhofer hieß: „Ein Verkauf an Lutz, den kurz nach Pfingsten viele im Markt schon als beschlossen vermelden wollten, gehört dennoch nicht dazu. Aktuell! `Das ist eine Ente´, heißt es dazu aus Würzburg-Wels.“

Nun weiß ich nicht, wer das ist, „viele im Markt“. Ich habe das nirgendwo gelesen. Nicht mal bei uns. Wir haben aber auch gar nicht nachgefragt in „Würzburg-Wels“. Aus gutem Grund. Denn ein Koloss wie Inhofer mit über 70.000 qm VK Fläche, der passt gar nicht ins Schema XXXLutz, selbst wenn er zu verkaufen wäre.

Jeder weiß, dass die XXXLutz Gruppe auf Homogenität im Filial-Portfolio großen Wert legt. Und das bedeutet: Nur Einheiten in der Größenordnung 25.000 bis 35.000 qm passen ins Geschäftsmodell des österreichischen Möbel-Riesen. Warum also blöde Fragen stellen? In Würzburg oder Wels. Aber für ein bisschen Alarm ist natürlich ein Gerücht inklusive Dementi immer gut. - Wenn man so drauf ist.

Als Inside Redakteur - lange her – habe ich mich immer geärgert, wenn wir als „BILD Zeitung der Möbelbranche“ tituliert wurden. Obwohl das oft als Kompliment gemeint war. Hierzu passt ein Satz des Kabarettisten Andreas Rebers, der mal gesagt hat: „Journalismus in Deutschland ist, wenn der Blinde aufschreibt, was der Taube gehört hat.“ – So viel zu dem.

Zu den anderen Kleinigkeiten, die mir in diesen Zeiten leicht auf den Zeiger gehen, gehört der inflationäre Gebrauch des Wortes „Sehnsucht“. Alle Welt hat derzeit Sehnsucht. Jeder sehnt sich nach irgendwas, Saufen im Freien, Ende der Maskenpflicht, Urlaub am Ballermann oder ganz einfach Party.

Hierzu passt ein Lied des Popsängers Purple Schulz, der mit dem Lied „Sehnsucht“, Mitte der 1980er Jahre leidlich erfolgreich war. Nicht zuletzt, weil es mit dem Schrei endete: „Ich will raus!“ - Passt doch ganz gut zur aktuellen Sehnsucht, wobei es sich im Schulz-Text inhaltlich um eine sehr traurige Kindheit handelt. In Teilen sicher auch auf heute übertragbar.

Egal! Sehnsucht, das ist bei der Formulierung aktueller Bedürfnisse vielleicht doch etwas zu dick aufgetragen. Bei Wikipedia ist Sehnsucht die „Krankheit des schmerzlichen Verlangens“.

Ein inniges Verlangen nach Personen, Sachen, Zuständen oder Zeitspannen. Verbunden mit dem Gefühl, den Gegenstand der Sehnsucht nicht erreichen zu können. Und Vorsicht: „Bei Menschen, die sich vor Sehnsucht `verzehren´, kann diese psychopathologische Züge annehmen.“

Bei mir persönlich hält sich die Sehnsucht jedoch ohnehin in Grenzen. Das mag am Alter liegen. Vielleicht auch an den Umständen. Home-Office, das ist hier seit über 20 Jahren Alltag. Umstellen musste ich mich nicht.

Zunächst - also Anfang letzten Jahres - war ich sogar ganz froh, dass ich nicht schon wieder dauernd irgendwo hin musste. Das allerdings hat sich geändert. Sehnsucht liegt mir dennoch fern. Ich sehne mich nicht mal nach den Herbstmessen.

Freue mich jedoch auf persönliche Kontakte, die so lange nicht möglich waren. Doppelt geimpft bin ich durchaus tatendurstig, was die nächsten Monate angeht. Mit oder besser noch ohne Maske. – Bis dahin.

Ihr Ralf Hartmann
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