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› „Absagen nein …
01.08.2022 … verschieben vielleicht.“ So lautet der aktuelle Stand der Dinge zur für Januar geplanten imm cologne 2023 (Montag, 16.01. bis Samstag, 21.01.2023 in Köln). Wie kommt`s, dass seit Tagen, ja Wochen schon wieder die Gerüchte brodeln. Von der Koelnmesse selbst ist offizielles derzeit nicht zu hören. Gerüchte lediglich. Aber ziemlich konkrete.

So soll auf der letzten Beiratssitzung zur imm cologne auch der Januar Termin wieder im Fokus gestanden haben. Hintergrund: der „early bird“ – Frühbuchung bis zum 30.06.2022 – soll ganz und gar nicht gut gelaufen sein.

Mit der Folge, dass Messebereichsleiter Matthias Pollmann laut Inside-Wohn-Markt-Magazin geäußert haben soll, der Januar Termin für die imm cologne sei nicht „in Stein gemeißelt“. Aktueller Stand der Dinge: Nichts genaues weiß man nicht.

„Alles wird teurer, nur der Holzpreis stürzt ab.“ Mit dieser Titelzeile überraschte am 22.06.2022 Redakteur Claus Hulverschmidt in der Süddeutschen Zeitung. Es folgen Betrachtungen über die Inflation im Allgemeinen und im Besonderen und die Frage, ob die Holzpreise ein wichtiger Frühindikator der Teuerungswelle seien, wo sie jetzt doch kollabierten.

Beantwortet wird diese Frage mit einer kaum nachvollziehbaren Theorie zum Inflationsgeschehen im Allgemeinen, und ob der Preisverfall beim Holz womöglich „ein kleiner Lichtblick“ in die andere Richtung sei.

Von Holz konkret ist in dem eher unstrukturierten Bericht dann auch mal die Rede. Vom Holz in Kanada und in den USA. Dort nämlich seien wegen steigender Zinsen die Bauvorhaben rückläufig und die Sägewerke wüssten nicht mehr wohin mit dem Holz - das keiner braucht.

Das Problem: Wer nur Überschriften liest - und das tun viele -, der fragt sich zurecht, warum bei uns die Möbel teurer werden sollen, wo das Holz doch so billig ist.

Aber in der Süddeutschen gibt es auch andere „Enthüllungen“ zur Branche: „Die Möbelindustrie will grüner werden.“ So lautet die Beobachtung des SZ Redakteurs David Wünschel am 18.07.2022, und der hat ein paar erstaunliche Erkenntnisse gewonnen.

„Viele Sofas landen nach kurzer Zeit auf dem Müll. Das ist teuer und nicht nachhaltig. Jetzt will die Branche das ändern“, berichtet Wünschel zum Einstieg. Und zitiert eine „in Süddeutschland verbreitete Möbelhauskette“ – Segmüller – mit dem Werbeslogan „Nachhaltiger leben: Können wir euch bequem einrichten."

Wünschel schließt daraus: „In der Möbelbranche grünt es. Zumindest laut den Werbesprüchen der Einzelhändler, die immer stärker auf langlebige Produkte und ein umweltfreundliches Image setzen.“

Sieht die Lage aber auch kritisch. So erwähnt er den „Discounter Poco Domäne“, der schon seit 2008 nur noch POCO heißt. Der nämlich „verkauft zwar Wandgarderoben aus Bambus für 14,99 Euro, gibt in einem Nachhaltigkeitsleitfaden aber immerhin den Tipp, heimische Holzarten seien für eine umweltfreundliche Einrichtung eine `hervorragende Wahl´“.

Und natürlich bekommt auch der IKEA Konzern sein Fett weg, den die Greenpeace Expertin für Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschutz, Viola Wohlgemuth als "H&M der Möbelbranche" entlarvt hat. Was immer das heißen soll.

Aber Wohlgemut hat die gesamte Möbelbranche im Visier: Die nämlich sei „meilenweit davon entfernt, nachhaltig zu sein". „Wegen chemischer Inhaltsstoffe und des oft umweltschädlichen Holzabbaus, wegen der weiten Transportwege aus Asien, aber auch wegen des Kaufverhaltens.“

Es gibt nämlich nur noch Wegwerfmöbel. Zitat: „Früher habe man sich Holzmöbel fürs Leben zugelegt, so Wohlgemuth. Heute gebe es viele minderwertige Produkte, die schnell abgenutzt sind und dann im Müll landen.“

Und dann kommt die 180 Grad Wende in der Analyse zur Möbelbranche: Denn, „wer in den kommenden Monaten Betten oder Schränke kaufen will, könnte vor leeren Regalen stehen“. Hierzu die bange Frage: „Hat schon mal jemand Schränke in Regalen stehen sehen?“

Egal! Fazit des investigativ etwas sprunghaften Journalisten David Wünschel: „Vor zwei Wochen hat das Münchner Ifo-Institut eine Umfrage veröffentlicht, der zufolge 88 Prozent der Möbel-Einzelhändler in den kommenden Monaten mit Lieferschwierigkeiten rechnen.“

Vor dem Hamburger Hafen stauten sich die Containerschiffe, und belarussisches und sibirisches Holz gelange nicht mehr nach Deutschland. – Ja was denn nun?

Ihr Ralf Hartmann
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