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› „Größer, schöner, lauter …
15.09.2022 … und inzwischen immer energieeffizienter. Auf der IFA gibt es immer die neuesten Produkte und Technologien aus der Unterhaltungselektronik und der Hausgeräteindustrie zu sehen. In diesem Jahr vom 2. bis zum 6. September.“ So endet ein durchaus lesenswerter Bericht des Berliner „Tagesspiegel“ vom 31.08.2022, der das „weltweite Top-Event der Consumer- und Home-Electronics-Branche“ - zumindest im Blick auf die Hintergründe - in einem etwas anderen Licht erscheinen lässt, als es die offiziellen Verlautbarungen suggerieren.

„Trubel unterm Funkturm“ lautete die Überschrift. Und Trubel gab und gibt es offenbar reichlich um die IFA, die veranstaltende gfu und um die Messe Berlin.

Hierzu muss man wissen, dass der britische Messeveranstalter Clarion Events – hierzulande bekannt als erfolgloser Betreiber der westfälischen Zuliefer-Messe ZOW – 70-Prozent-Teilhaber der Ifa Management GmbH ist.

Denn, so der Tagesspiegel: „Die IFA-Verhandlungen zwischen der landeseigenen Messe Berlin und Clarion ziehen sich inzwischen über fast ein Jahr.“ Anstelle einer Vereinbarung über die Zukunft der wichtigsten Berliner Messe habe es jedoch „schrille Nebengeräusche und hässliche Personalgeschichten“ gegeben.

Zitat: „Man wunderte sich in London, als der Berliner Wirtschaftssenator Stephan Schwarz bereits vor mehr als zwei Wochen (also Mitte August, d. Redaktion) die Verhandlungen `auf der Zielgeraden´ angekommen sah.“

In der Zentrale von Clarion Events, staune man schon länger über die Berliner Interessenvertreter inklusive Senator. Ende August sei es dann endlich vorangegangen in den Gesprächen über die Zukunft der IFA, „die bislang nur bis 2023 in Berlin gesichert ist“.

„Strittig bis zuletzt“ sei allerdings die Frage, wer die IFA 2023 veranstaltet: „Zum letzten Mal die Messe Berlin oder bereits die Ifa Management GmbH, an der die gfu Consumer & Home Electronics 30 Prozent hält.“ Denn: „Die IFA gehört der gfu, zu der sich ein gutes Dutzend Unternehmen aus der Elektronik- und der Hausgeräteindustrie zusammengeschlossen haben.“

Zwar sei die gfu vertraglich an die Messe Berlin gebunden, „die bis dahin nicht nur als Vermieter des Geländes und der Ausstellungshallen, sondern auch als Veranstalter fungiert“. Dazu zahle die Messegesellschaft „eine kleine siebenstellige Gebühr an die gfu“. Die IFA mit zuletzt mehr als 80.000 Fachbesuchern aus dem Ausland sei für die städtische Wirtschaft aber enorm wichtig – aber auch für die Messe Berlin.

Wie also geht es weiter? fragt der Tagesspiegel. Und gibt zu bedenken: „Weltweit gibt es rund ein Dutzend ähnlicher Elektronik Veranstaltungen, mit denen die IFA im Wettbewerb steht.“ Dabei sei die IFA die Einzige, die nicht mit öffentlichen Geldern mitfinanziert werde, heißt es in der Branche.

Auch deshalb habe der frühere Berliner Messechef Christian Göke Finanzpartner für die IFA und die gesamte Messegesellschaft gesucht. Gespräche mit dem Springer-Verlag, „an denen auch der damalige Regierende Bürgermeister Michael Müller teilnahm“, seien jedoch ohne Ergebnis geblieben.

Der Ausblick: „Spätestens von 2024 an liegt die IFA in der Hand von Clarion. Der Konzern wolle in die Marke investieren, die IFA ausbauen und digitalisieren. „Am liebsten bereits 2023.“ Angeblich gebe Clarion bis 2032 eine Standortgarantie für Berlin. Die ursprünglich vorgesehene Vorstellung einer Strategie für die Messegesellschaft sei dem Vernehmen nach jedoch verschoben worden.

Nicht ohne Grund. Denn es gibt „Compliance-Untersuchungen“. Und die führen in die mittlerweile gewohnten „Abgründe“. - Politische und Öffentlich-Rechtliche.

Kurz zusammengefasst: „Die Senatsverwaltungen für Finanzen und Wirtschaft prüfen die Umstände der Beauftragung des Journalisten Gerhard Spörl als Mediencoach von Martin Ecknig für ein Tageshonorar von bis zu 2.000 Euro. Spörl ist der Ehemann der ehemaligen RBB-Intendantin Patricia Schlesinger, und Wolf-Dieter Wolf, bis vor kurzem auch Verwaltungsratsvorsitzender des RBB, soll das Engagement von Spörl initiiert haben, „um Ecknig für den Messejob zu schulen“.

Am Ende sei vom Personalausschuss, dem Wolf-Dieter Wolf vorsaß, dem Aufsichtsrat nur ein Kandidat vorgeschlagen worden: Martin Ecknig. Abgründe? Der Tagesspiegel geht noch viel tiefer ins Detail.

Da werden die Fragen zur Zukunft des „Leuchtturms“, zu dem Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey die IFA in ihrem Schluss-Kommuniqué geadelt hat, doch wieder drängender.

Ihr Ralf Hartmann
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