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› Ich gebe es zu …
06.02.2026 … wie viele andere Branchen-Teilnehmer habe ich mir den Besuch der aktuellen imm cologne 2026 gespart – erspart könnte es besser heißen. Natürlich habe ich mich umgehört in meinem bescheidenen Branchen-Netzwerk und auch einige wenige gesprochen, die vor Ort waren in der Zeit vom 20. – 23. Januar. Auch mit Fotos wurde ich versorgt. Ich erspare es mir und Ihnen aber bewusst, hämische Kommentare widerzugeben. Es ist traurig genug, was aus der imm cologne geworden ist. „Gruselig“ fanden es einige. Aber Schluss damit.

Wenig beneidenswert haben die Verantwortlichen der Koelnmesse, Matthias Pollmann und Bernd Sanden ihr Ding durchgezogen. Haben gemeinsam mit der neuen „Public and Media Relations Managerin“ Celina Fuhrmann versucht, die Veranstaltung schön zu reden, ohne ins Absurde abzudriften. Kein schöner Job!

Ich wünsche den Kölnern – ohne jede Ironie – dass die kommende imm cologne im Januar 2027 endlich wieder anknüpfen kann an die alten Zeiten vor der Pandemie. Eine Woche Köln. Das war Pflicht in nicht allzu ferner Vergangenheit. Obwohl – manche mögen sich erinnern – der Lack war schon ab, bevor die Misere komplett wurde. Es bröckelte bereits in Köln bevor uns Corona überfiel.

Und vielleicht sollten wir uns mal fragen, warum ausgerechnet die imm cologne so drastisch abgestürzt ist. Am Unvermögen der Koelnmesse-Akteure kann es nicht liegen. Haben sie doch etliche weitere Interior-Events bemerkenswert erfolgreich über die schwierigen Corona Jahre gerettet. Ganz vorne dabei. interzum und ORGATEC, die bestens im Futter stehen. Nein, die Kölner haben ihre imm schon frühzeitig selbst auf den Weg nach unten geschickt.

Zitat aus einem HartDran Editorial vor ziemlich genau zehn Jahren, am 29.01.2016: „Die Mehrzahl dieser Veranstaltungen reduziert sich doch auf die reine Vermietung von Flächen, ohne den Anspruch, den Ausstellern darüber hinausgehende konzeptionelle Lösungen zu bieten.“

Wer das gesagt hat? Die damalige Koelnmesse Co-Geschäftsführein Katharina C. Hamma. Und das ging gegen die Hausmesse-Veranstalter in Ostwestfalen, Oberfranken und anderswo mit ihren angeblich konzeptlos gestalteten Hausmesseausstellungen. Hamma wollte schon damals neue Wege gehen: „Unsere Aufgabe ist es nicht mehr nur, wie in der Vergangenheit, quadratmeterweise Fläche zu vermieten.“ Zunehmend gehe es darum, Konzepte und Lösungen für die Aussteller anzubieten.

Ein „ganzheitliches Einrichtungserlebnis“ wolle man in Köln vermitteln, „das in seinem Markenkern das Thema Leben und Wohnen verankert hat“. Zwei Jahre später war Hamma dann weg – „unterschiedliche Auffassungen zur zukünftigen strategischen Ausrichtung des Unternehmens Koelnmesse.

Aber die Idee blieb. Besonders imm Koordinator Bernd Spierenburg hat in den folgenden Jahren das Thema „weg von der reinen Produkt-Schau, hin zum ganzheitlichen Einrichtungserlebnis“ auf die Spitze getrieben. Folgerichtig begannen ehemalige Stammaussteller abzuwandern aus Köln.

HartDran Kommentar schon vor zehn Jahren: „Wer also das `ganzheitliche Einrichtungserlebnis´ sucht, der ist auch in Zukunft in Köln gut aufgehoben. Das Möbel-Business wird sich entsprechend weiter auf die `Satelliten´ verlagern. - Die angeblich so konzeptlosen Quadratmetervermarkter in der Provinz. - Wenn das mal kein Eigentor war, das die Kölner da geschossen haben.“ - So viel zu dem.

Ihr Ralf Hartmann
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