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› „Eine traurige Woche geht zu Ende …
20.04.2026 … jeder weiß noch, wo er war, als feststand, dass Timmy es nicht schafft. Man kam an dem Thema einfach nicht vorbei. Man hatte keine andere Wa(h)l.“ Das sagte am Freitag, 10.04.2026, der Satiriker Friedemann Weise in der „Heute Show“, wo er regelmäßig mit einer eigenen Rubrik „Ratschläge in die Fresse“ auftritt.

Es ist in der Tat erstaunlich, dass ein desorientierter Buckelwal seit Wochen schon die aktuelle Berichterstattung dominiert – „da liegt er nun, der Buckelwal, wir melden uns dann gleich nochmal“ – wobei, „ganz Deutschland?“ - Mir ist der Wal egal.

Dennoch nachvollziehbar, dass angesichts der „echten“ Katastrophenmeldungen, die tagtäglich auf uns einprasseln so ein bisschen Wal-Gedöns mal ganz entspannend wirken kann.

In unserer Branche klingen die Befindlichkeiten dabei aber eigentlich nur allzu oft nach „täglich grüßt das Murmeltier“. Offene Briefe, vorzugsweise direkt an Bundeskanzler Friedrich Merz gerichtet, enthalten immer und immer wieder die gleichlautenden Forderungen: Wohnungsbau steht da ganz oben auf der Liste. Aber so oft darüber auch lamentiert wird, der Kanzler baut einfach nicht. Und er treibt sie auch nicht an, die Bauwirtschaft, die endlich mal den Helm fester zurren sollte.

Zur Abwechslung haben wir jetzt aber mal einen ganz anderen Aufreger. Die Straße von Hormus. Die ist jetzt dicht – mal mehr, mal weniger - und behindert den weltweiten Warenverkehr.

Die Folgen fliegen uns ständig um die Ohren. Alles wird teurer. Böse Konzerne machen sich die Taschen voll und die Bundesregierung tut nichts. Dabei hat ein jeder Stammtisch-Influencer und Social-Media-Empörer sein eigenes Rezept, wie man der Lage Herr werden könnte. - Und die Lobbyisten schreiben offene Briefe mit ultimativen Forderungen. An wen auch immer.

Einer der besonders fleißigen Interessenvertreter, unser VDM-Geschäftsführer Jan Kurth, hat zur Abwechslung mal wieder das Bundeskartellamt im Visier.
Es geht um die aktuellen Preiserhöhungen der Zulieferindustrie im Möbelwesen. Holzwerkstoffe, Polsterschäume, Klebstoffe und alles andere rund um die Möbelfertigung.

Jan Kurth sieht hier zwar nicht gleich gierige Abzocker am Werk, er hat aber das Bundeskartellamt „informiert“, wie meine Kollegin Stefanie Willach in ihrem aktuellen KüchenNews-Editorial treffend festgestellt hat. „Nicht als Vorverurteilung – sondern als notwendige Wachsamkeit“, so Willlach weiter.

In einem hochkonzentrierten Beschaffungsmarkt sei Transparenz kein Luxus, schreibt die KüchenNews-Herausgeberin, „sondern Voraussetzung für Vertrauen“. Und Vertrauen sei nun mal die Grundlage funktionierender Partnerschaften entlang der gesamten Branche.

Willach nämlich sieht die aktuelle Lage – auch in der Möbelbranche – nicht auf dem direkten Weg in den Abgrund, sondern sie macht uns Hoffnung. „Die Nachfrage ist stabil – bestenfalls leicht steigend“, so ihre Einschätzung. „Sie ist ein zartes Pflänzchen. Und genau dieses Pflänzchen darf jetzt nicht beschädigt werden.“

Ihr Fazit: „Wer in dieser Phase reflexartig Preissteigerungen weitergibt, riskiert mehr, als kurzfristige Margenverluste zu vermeiden. Er riskiert Kaufzurückhaltung.“

Sie empfiehlt deshalb, der Situation mit „Ruhe, Verhandlungskompetenz und Augenmaß“ zu begegnen. Und ans Bundeskartellamt gerichtet: „Sollte sich der Verdacht koordinierter Preisbewegungen erhärten, muss er konsequent aufgeklärt werden.“

Und Timmy? Da hilft wohl weder Ruhe, noch Verhandlungskompetenz und auch kein Augenmaß. Da muss sich „ganz Deutschland“ einfach weiter emotional berieseln lassen mit der Frage: Was machen wir mit zehn Tonnen Wal auf der Sandbank?

Ihr Ralf Hartmann
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