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› Wer hat denn wohl schon mal …
30.08.2026 … gemeinsam mit einem Verbandsgeschäftsführer aus der Möbelbranche bei McDonald`s in der Schlange der Hungrigen Fast-Food-Konsumenten gestanden? Na wer wohl? Im Sommer 1998 bin ich als Organisator der ersten Möbel-Byker-Veranstaltung in Deutschland, der HartDran-Möbler-Motorrad-Tour gemeinsam mit Hans-Dieter Lauten in einer – ich weiß nicht mehr welcher –ostwestfälischen McDonald`s-Filiale angetreten, um die rund 60 Teilnehmer unserer Veranstaltung zum Start mit Futter zu versorgen.

Hans-Dieter Lauten, dem man unschwer angemerkt hat, dass diese Aktion nicht Teil seiner täglichen Routine war, hatte sichtlich Spaß daran, eine Horde Motorrad-Enthusiasten – „innen“ waren auch dabei – zum Start zu stärken. Mitgefahren ist er dann aber nicht.

Dass der GARANT-Verband einer der Geldgeber war, die die HartDran -Motorrad-Tour im Jahr 1998 gesponsert haben, war das Verdienst von Lior I. Yarom, damals bei GARANT, der die Idee dazu hatte und der mich breitgeschlagen hat, das Ding ernsthaft zu organisieren. Es war anstrengend, aber es hat Spaß gemacht.

Zu Hans-Dieter Lauten, der nun leider im Alter von 80 Jahren verstorben ist, hatte ich 20 Jahre lang – bis zu seinem Ausstieg aus dem operativen Geschäft - ein recht entspanntes Verhältnis. Wir kannten uns lange und auch recht gut, ohne aber allzu große Nähe aufzubauen. Wieder einer, der fehlen wird!

Und sonst? „Deutscher Möbelriese stellt Insolvenzantrag: 269 Beschäftigte betroffen.“ Der Münchener Merkur hat mal wieder die stärkste Titelzeile zum Niedergang der deutschen Möbelindustrie produziert. Dass von den 269 Beschäftigten „nur“ 24 in der Deutschland-Zentrale der DOMO Collection GmbH mit Sitz im niedersächsischen Hude betroffen sind, das wird ganz nebenbei irgendwo im Fließtext erwähnt.

Dass der „Möbelriese“ DOMO, dessen Inhaber und Geschäftsführer Ulf Vietor ich seit Jahrzehnten kenne und schätze, vor rund sechs Jahren innerhalb der Branche noch als einer der „erfolgreichsten Polstermöbelhersteller Deutschlands“ galt – wie es gleichlautend auch die Frankfurter Rundschau berichtet, das war mir neu.

Aber ganz aufgeregt berichtet FR-Redakteur Simon Wolf, dass DOMO nach der Gründung 2011 einen rasanten Aufstieg erlebt und sich innerhalb von rund zehn Jahren zu einer Branchengröße entwickelt habe – nicht zuletzt wegen einer Kooperation mit dem Designer Wolfgang Joop im Jahr 2020, „aus der eine Interior-Kollektion für die Marke `LOOKS by Wolfgang Joop´ hervorging. Vergessen zu erwähnen hat der FR-Redakteur, dass auch davor schon ein DOMO am Markt aktiv und gescheitert war.

Im Mai 2011 musste Ulf Vietor, damals noch gemeinsam Geschäftsführer mit seinem Vater Robert Vietor, Insolvenz anmelden für die Vorgängergesellschaft, die Domo Polstermöbel Produktions- und Vertriebsgesellschaft in Hude, die schwerpunktmäßig im Versandgeschäft aktiv und erfolgreich war. Der jetzige „Möbelriese“ wurde danach gegründet.

Damals schrieb die NWZ: „Domos Schwierigkeiten sind auch eine Folge der Insolvenz des Großkunden Quelle.“ 16 Millionen Euro Umsatz habe man dadurch eingebüßt. Klar sei für den Insolvenzverwalter schon damals gewesen, dass das bisherige Konzept so nicht beibehalten werden könne. DOMO habe Möbel im Niedrigpreissektor mit nur schwacher Rendite produziert. - Und das hat Ulf Vietor mit seiner Neugründung ja dann auch erfolgreich verändert.

Dass ihn die desinteressierte Tages- und Wirtschaftspresse jetzt mal eben zum gescheiterten Sensations-Aufsteiger im Polstermöbel-Design hochgejubelt hat, da können wir getrost ein Ei drüber schlagen.

Ihr Ralf Hartmann
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