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› Im Familienstreit beim Luxus-Betten Hersteller Schramm
23.03.2020 Axel Schramm versteht die Welt nicht mehr „Ich bin komplett überrascht worden“, mit diesem Satz von Axel Schramm startet Carsten Dierig, Wirtschaftskorrespondent der „Welt“, seinen Bericht über den Familienzwist beim Luxus-Betten Hersteller Schramm mit Sitz im pfälzischen Winnweiler.

Seit Anfang März streiten Susanne Schramm und ihr Bruder Axel Schramm jeweils mittels eigener Pressemitteilungen über die Frage, wer denn nun in dem Familienbetrieb das Sagen hat. Axel und Susanne Schramm verfügen jeweils über 50% der Firmenanteile. Eine klassische Patt-Situation. Am Freitag, 20.03.2020, äußerte sich Axel Schramm in der „Welt“ erstmals öffentlich zur „Schramm-Schlacht“.

Axel Schramm, schreibt „Welt“-Redakteur Dierig, führe seit 1998 die Geschäfte des Unternehmens mit zuletzt 200 Mitarbeitern und 30 Millionen Euro Umsatz. Nun wolle die 54-jährige Susanne Schramm gemeinsam mit einem externen Manager übernehmen.

Wie bereits berichtet (hartdran.com vom 11.03.2020) handelt es sich bei dem externen Manager, um Bernd Schellenberg, zuletzt bei Leolux, der seinen Job als Schramm Geschäftsführer Anfang April antreten soll.

Axel Schramm gibt sich im „Welt“ Interview zunächst mal „komplett überrascht“ über die Aktivitäten seiner Schwester Susanne. Es gebe zwar eine einstweilige Verfügung gegen ihn, aber er tue sich nicht leicht, „aus diesem Papier einen echten Grund abzuleiten“. Das Gericht habe die Entscheidung im Eilverfahren ohne Anhörung seiner Person getroffen hatte.

Carsten Dierig hakt nach mit der Frage: „Ohne konkreten Grund gibt es keinen gerichtlichen Titel. Was ist das Problem?“

Und bekommt eine eher schwammige Antwort. Axel Schramm: „Es gibt Erklärungsversuche, auf die ich mir aber keinen Reim machen kann. Das betrifft vertragliche Vereinbarungen, die meine Schwester zwischenzeitlich leider anders bewertet. Wir haben uns aber an einem Punkt für einen gewissen Weg entschieden und diesen Weg auch rechtlich einwandfrei geregelt. Daher stimmt mich diese Entwicklung so nachdenklich.“

Die Vermutung, es könne um die angeschlagene Möbelmarke interlübke gehen, die Schramm 2018 mit Mann und Maus übernommen hatte, kommentiert er wie folgt: „Diesen Kauf haben damals alle gemeinsam beschlossen. Und seither sind alle im Bilde, wie es dort schrittweise vorangeht. Denn darüber gibt es ausführliche interne Berichte. Dass uns bei interlübke, welches wir aus einer wirtschaftlich schwierigen Situation gerettet haben, Herausforderungen bevorstehen, musste also jedem klar sein.“

So oder so müsse es „schnellstmöglich eine strukturelle Lösung geben“. Zum Jahresbeginn 2020 sei die 86-jährige Mutter der Geschwister Schramm aus dem Gesellschafterkreis ausgeschieden und habe ihre Anteile zu gleichen Teilen auf Susanne und Axel Schramm übertragen.

Seitdem, so Axel Schramm „haben wir ein klassisches Patt“. Und wie man sehe, sei das nicht im Sinne der Firma. Bestimmt schon eineinhalb Jahre sei er deswegen mit seiner Schwester im Gespräch.

Zitat: „Ziel war und ist eigentlich für mich bei diesem Dialog, alle Anteile zu übernehmen, um Klarheit für Familie sowie Mitarbeiter zu erreichen. Und dabei waren wir auf einem guten Weg und kurz vor einer Einigung – habe ich zumindest gedacht. Der grundsätzliche Kaufpreis stand schon fest: Lediglich Details und die Finanzierung waren nicht ausverhandelt.“
Zwischenzeitlich sei er nun aber gar nicht mehr so sicher, ob seine Schwester wirklich verkaufen wolle. Er sei jedoch nicht allein auf ein Szenario fokussiert. „Ich bin offen für verschiedene Lösungen.“

Und erklärt abschließend: „Ich korrigiere mich auch gerne, wenn es stichhaltige Fakten und Argumente gibt. Die hat bislang aber niemand vorgebracht. Was meine Schwester in Sachen Neustart denkt, müsste man sie fragen.“

Alles also noch offen im Hause Schramm. Normal wäre jetzt Susanne Schramm mit einer Reaktion auf das „Welt“ interview an der Reihe.

FOTO: „Was meine Schwester in Sachen Neustart denkt, müsste man sie fragen“: Axel Schramm ist vorerst ratlos
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