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27.02.2026
Der Berliner Möbel-Höffner Gründer hat 18.000 Euro an die rechtslastige Alternative für Deutschland gespendet.
Ein Aufreger, der in kürzester Zeit bundesweit quer durch etliche Gazetten zog. Vom Boulevard, BILD, – „Warum unterstützt er eine Partei, die oft kontrovers diskutiert wird?“ – bis zum Handelsblatt – „Eine Parteispende sorgt für Aufmerksamkeit“ – echauffierten sich die Redakteure über die angebliche Sensation in Sachen „Möbelmilliardär“. Dabei ist die Geschichte gar so sensationell doch eigentlich nicht. Die Spende erfolgte bereits im Jahr 2024 und wurde nun im Rechenschaftsbericht der AfD veröffentlicht. Denn Parteispenden über 10.000 Euro im Jahr müssen grundsätzlich gemeldet werdeen. Gespendet hat im Fall Krieger eine CMC Center Management GmbH. Eine Firma aus der Krieger-Gruppe, die unter der Führung seiner Tochter Stephanie K. das Immobilienvermögen der Familie verwaltet. Und Kurt Krieger ließ zunächst mal abwiegeln. Zitat aus dem RND-Bericht: Auf einen Fragenkatalog des RND zur CMC-Spende reagierte Edda Metz, Geschäftsführerin der Krieger-Gruppe, zunächst nur mit einem knappen Satz: „Wir äußern uns grundsätzlich nicht zu solchen Fragen.“ Verständlich. „Dass Unternehmer offen an die AfD spenden, ist selten – zumal solche, die wie Krieger auf ihr Image bedacht sein müssen“, schreibt das RND. Vermutet jedoch, dass mehr dahinter steckt. Zitat: „Nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) ging die Spende an zwei Parteigliederungen, darunter an den Kreisverband Chemnitz.“ Hintergrund: Die AfD in Chemnitz habe sich im vergangenen Jahr zerstritten. Seitdem gebe es nicht nur zwei konkurrierende Stadtratsfraktionen, sondern auch Vorwürfe der Vorteilsannahme gegen Ratsmitglieder. Krieger kaufte 2023 das ehemalige Kaufhof-Warenhaus im Zentrum. Der Stadtrat beschloss im Januar 2025, dort Teile der Verwaltung unterzubringen – mit den Stimmen von AfD-Abgeordneten. Wo jetzt da genau die Vorteile für den Berliner Möbelhändler gelegen haben könnten, das bleibt offen. Von vergünstigten Mieten für Tiefgaragenplätze in Kriegers Immobilie für Parteimitglieder ist die Rede und ganz allgemein von Parteispenden. Und die Gegenleistung? Laut AfD keine: „Für alle Spender können wir ausschließen, dass es erwartete und erfüllte Gegenleistungen gab.“ Und Kurt Krieger, der schon in der Vergangenheit immer mal wieder mit seinen linksliberalen Neigungen kokettiert hat, ließ sich nach dem allgemeinen Presseecho dann doch noch ein paar Sätze entlocken. So sagte er laut BILD: „Es ist nicht alles falsch, was die Linke sagt und auch nicht alles, was die AfD sagt.“ Und fügte hinzu: „Ich war als Junge bei den Falken und wollte später Pfarrer werden. Mir eine nationalsozialistische Gesinnung zu unterstellen, ist völlig fehlplatziert.“ FOTO: War bei den Falken und wollte später Pfarrer werden: AfD Spender Kurt Krieger |
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