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› EU-Verordnungen: Polstermöbel- und Wohnmöbelhersteller fordern Augenmaß
10.05.2026 „Die Unternehmen der Branche haben momentan alle Hände voll damit zu tun, sich in dem extrem herausfordernden Umfeld zu behaupten. Weitere administrative Lasten ohne relevante Marktvorteile werden deshalb sehr kritisch gesehen.“ Das sagte Verbandsgeschäftsführer Jan Kurth anlässlich der Sitzung der Vorstände der Verbände der Deutschen Polstermöbel- sowie Wohnmöbelindustrie (VdDP/VdDW) am 06. Mai 2026 bei der 3C-Gruppe in Rheda-Wiedenbrück.

Es geht um die Europäische Ökodesignverordnung (ESPR) und die damit verbundenen Auflagen für die Unternehmen. Hier machten die Verbände deutlich, dass sie sich zwar aktiv in den weiteren Ausgestaltungsprozess der ESPR einbringen würden, Ziel sei es aber, den bürokratischen Aufwand für Unternehmen so gering wie möglich zu halten und deren Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

„Praxisnah und mit Augenmaß“ wolle man auf europäischer und nationaler Ebene dazu beitragen, die Erarbeitung der konkreten Ökodesign-Anforderungen für Möbel zu begleiten, sagte Jan Kurth.

Olaf Plümer, der sich bei den Möbelverbänden gemeinsam mit Heiner Strack intensiv mit dem Thema auseinandersetzt, fügte hinzu: „Wir haben intern frühzeitig Strukturen geschaffen, um auf Anfragen der Europäischen Kommission repräsentativ und qualifiziert reagieren zu können.“ In spezialisierten Arbeitsgruppen auf nationaler und europäischer Ebene solle die fachliche Expertise gebündelt eingebracht werden.

Und so fasste der Vorsitzende des VdDP, Leo Lübke, zusammen: „Wir unterstützen die ökologischen Zielsetzungen der Verordnung ausdrücklich. Nachhaltige Produktion ist für unsere Branche längst gelebte Praxis.“ Umso wichtiger sei es, dass die Anforderungen praxistauglich blieben und die Betriebe nicht durch übermäßige Bürokratie ausgebremst würden. „Mit der strukturierten Arbeit der Verbände sind wir hier auf einem guten Weg.“

Neben den Anforderungen seitens der EU mache den Polster- und Wohnmöbelherstellern die wirtschaftliche Lage zu schaffen. Im Jahr 2025 mussten die deutschen Polstermöbelhersteller einen Umsatzrückgang von 6,3 Prozent hinnehmen, die Umsätze der Wohnmöbelhersteller sanken um 5,5 Prozent. Auch der Start ins Geschäftsjahr 2026 war von den geopolitischen Unsicherheiten überschattet: Bis Ende Februar ging der Umsatz mit Polstermöbeln um 12,4 Prozent zurück, der Wohnmöbelumsatz schrumpfte um 8,6 Prozent.

„Die Folgen des Kriegs im Iran und der Anstieg der Energiekosten führen dazu, dass die Verbraucher größere Anschaffungen zurückstellen“, erläuterte Jan Kurth. Das zeige sich auch in den wertmäßigen Auftragseingängen, die von Januar bis März 2026 um 11 Prozent (Polster) bzw. 13 Prozent (Wohnen) unter dem Vorjahreszeitraum lagen. Umso wichtiger sei es, so Kurth, zentrale Impulse etwa über eine Belebung des Wohnungsbaus zu setzen.

Bild 1: Start ins Geschäftsjahr 2026 überschattet: Die Vorstände der Verbände VdDK und VdDW trafen sich bei 3C in Rheda-Wiedenbrück (© VdDK/VdDW)
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