|
||
|
21.06.2026
Am heutigen 21. Juni, dem längsten Tag des Jahres, steht traditionell der Schlaf im Mittelpunkt. Dabei weist der Fachverband Matratzen-Industrie e. V. mit Sitz in Wuppertal auf ein strukturelles Problem hin, das weit über individuellen Schlafkomfort hinausgeht: den fehlenden politischen Rahmen für die Kreislaufwirtschaft von Matratzen in Deutschland
Das Problem: „Jahr für Jahr fallen in deutschen Privathaushalten über sechs Millionen Altmatratzen an, die immer noch überwiegend verbrannt werden – obwohl viele Materialien recycelt werden könnten.“ Als zentrales Instrument für die notwendige Transformation gelte hier die Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR). Diese verpflichte Hersteller und Inverkehrbringer, Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte zu übernehmen. Und zwar inklusive Sammlung, Sortierung und Recycling. Während Länder wie Frankreich, Belgien oder die Niederlande entsprechende Systeme bereits etabliert hätten, fehle in Deutschland nach wie vor ein verbindlicher Rahmen. Die Folge: „Deutschland droht im europäischen Vergleich zurückzufallen.“ Gleichzeitig treibe die EU mit Initiativen wie Abfallrahmenrichtlinie und Ökodesign-Verordnung (ESPR) die Kreislaufwirtschaft weiter voran. „Die industriepolitische Richtung ist in Europa längst gesetzt. Trotzdem werden vorhandene nationale Umsetzungsspielräume in Deutschland nicht genutzt“, sagt Martin Auerbach, Geschäftsführer des Fachverband Matratzen-Industrie. Gemeinsam mit Umweltverbänden und Partnern setze sich der Verband aktiv für eine verpflichtende EPR ein. „Denn klar ist: Ohne EPR keine Skalierung – ohne Skalierung kein Recycling.“ Ohne bundesweit verbindliches System fehle es an der erforderlichen Planungs- und Investitionssicherheit, an ausreichenden Mengenströmen für wirtschaftliches Recycling und nicht zuletzt auch an finanziellen Anreizen für kreislauffähiges Produktdesign. Aus Sicht des Matratzenverbands sei die zögerliche Haltung der Bundesregierung daher nicht nachvollziehbar. „Die rechtlichen Möglichkeiten sind vorhanden. Andere EU-Staaten haben es vorgemacht. Dass die Bundesregierung trotz des klaren Commitments der Industrie zögert, gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit unserer Hersteller“, so Auerbach. Der Tag des Schlafes erinnere daran, wie wichtig Regeneration ist – für Menschen ebenso wie für Ressourcen. „Wer über guten Schlaf spricht, sollte also auch über nachhaltige Matratzen sprechen. Und wer Nachhaltigkeit ernst meint, darf die Kreislaufwirtschaft nicht länger vertagen.“ |
|