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› Himolla: Standort Taufkirchen im Fadenkreuz
29.08.2026 Beim insolventen Polstermöbelhersteller himolla Polstermöbel GmbH in Taufkirchen geht es gut zwei Monate nach dem Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Landshut ans Eingemachte. Wenig überraschend geht es jetzt um die Arbeitsplätze am Stammsitz Taufkirchen, die ganz offenbar nicht alle erhalten bleiben sollen.

„Möbelhersteller schließt Endfertigung – bis zu 240 Mitarbeiter vor Kündigung“, schreibt dazu der „Merkur“, dessen Redakteure Birgit Lang und Dieter Priglmeir sich u.a. auf Aussagen der Betriebsratsvorsitzenden Claudia Klobensteiner beziehen.

Demnach sollen am Stammsitz Taufkirchen/Vils zunächst 240 der verbliebenen 739 Arbeitsplätze gestrichen werden. Die Kündigungsschreiben erwartet Klobensteiner für Anfang September mit Wirkung zum Jahresende 2026.

Aber dabei muss es nicht bleiben, denn bekanntermaßen verfügt himolla über Tochterunternehmen und Standorte in Polen, Rumänien, der Slowakei und Ungarn, die von dem in Landshut und für Deutschland beantragten Verfahren nicht unmittelbar betroffen sind.

Das bedeutet, die Endfertigung kann problemlos ins osteuropäische Ausland verlegt werden, wobei es bei den nun angekündigten 240 Stellenstreichungen in Taufkirchen wohl nicht bleiben wird.

„Wir stehen mit dem Rücken zur Wand“, lässt sich die Betriebsratsvorsitzende Claudia Klobensteiner im Merkur zitieren. Klar könne es weitergehen, „aber nicht so, wie es ist“. Teile der Produktion sollten auf alle Fälle erhalten bleiben, „etwa die Stoffcutter- und die Formschaumabteilung“, die es nur in Taufkirchen gebe. Merkur: „Die kann man nicht so schnell verlagern.“ Ob sie in drei oder fünf Jahren noch vor Ort sei, wisse sie nicht.

Wenig tröstlich erscheint die Mitteilung, dass am Mittwoch, 26.08.2026, Bayerns Arbeitsministerin Ulrike Scharf dem Polstermöbelhersteller einen Besuch abgestattet hat, „um Geschäftsführer Manfred Ziegler Hilfe anzubieten“, wie der Merkur weiter schreibt. Wie diese Hilfe aussehen soll, das wurde offenbar im Detail nicht erläutert, nur so viel:

Für Bayerns Arbeitsministerin Scharf habe „die Zukunft der Mitarbeitenden oberste Priorität“. – Das habe sie bei ihrem Treffen mit Ziegler, Klobensteiner und Teilen der Belegschaft betont. Seit Beginn des Schutzschirmverfahrens tausche sich die Politikerin mit den Beteiligten aus. Wenig ermutigendes Fazit dieses Austauschs: „Um Arbeitsplätze vor Ort zu erhalten, müsse es das Ziel der Sanierung sein, die Produktion in Taufkirchen zu erhalten.“

himolla CEO Manfred Ziegler habe die Ministerin für diese Aussagen gelobt, berichtet der Merkur weiter. „Sie kennt die Details, ist kompetent und bemüht sich sehr um uns, und ich habe auch umgehend zwei Anrufe aus dem Ministerium bekommen, in welcher Form man helfen könnte.“ – Immerhin!

Aber egal, was kommt. Das Unternehmen solle ab 2027 neu aufgestellt werden. In der Modellpolitik sei Neues geplant. Geschäftsführer Ziegler habe angekündigt, das Einstiegspreisniveau zu senken. Aber, so der himolla-Boss mit Blick auf die Zukunft: „Billig werden wir nie. Wir sind eine Premiummarke.“

FOTO: „Billig werden wir nie …“: himolla CEO Dr. Manfred Ziegler (© Conzima)
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